systemicbrain – Dr. Johannes Rosenberger https://systemicbrain.com Es gibt immer einen Weg, immer eine Lösung. Fri, 25 Mar 2022 17:33:53 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.1 https://systemicbrain.com/wp-content/uploads/2021/05/Favicon-36x36.png systemicbrain – Dr. Johannes Rosenberger https://systemicbrain.com 32 32 HBC: Neue inspirierende Führung mit LEGO SERIOUS PLAY https://systemicbrain.com/hbc-fuehrung-mit-lego-serious-play/ https://systemicbrain.com/hbc-fuehrung-mit-lego-serious-play/#respond Fri, 25 Mar 2022 10:12:34 +0000 https://systemicbrain.com/?p=257374

Theoretische Führungskonzepte finden sich auf tausenden Seiten Managementliteratur. Sie klingen toll, lassen sich aber nicht einfach in die Tat umsetzen. Konzepte finden im planenden Hirn statt, in der Kognition, der „Presseabteilung“ unserer Person. Im Alltag ist Führung jedoch immer tatsächliche Kultur, d.h. heute gelebte Wirklichkeit. Und die wird im intuitiven Hirn gestaltet. Es geht um Handeln, Ausprobieren, Fühlen, innere Bilder.
Einen Weg zur Weiterentwicklung dieser gelebten Kultur wird an der HBC Hochschule Biberach unter der Führung von Herrn Kanzler Thomas Schwaeble vorgelebt. So wie im Bild weiter unten mit dem Thema „Der Chef hält die Leiter“. Eine derartige „Verfasstheit“ (nach Laloux: Reinventing Organization) der Führungsperson führt zu einer Veränderung der Führungskultur. Chapeau.

Führung ist kein Konzept sondern gelebte Kultur. Der Artikel beschreibt am Beispiel der Hochschule Biberach a.d. Riss, wie konkrete Schritte zur Entwicklung der Führungskultur gegangen werden können. Ausgehend von individuellen Erfahrungen im Führungsteam. LEGO SERIOUS PLAY ist eine in besonderem Maße geeignete Methode, diesen Prozess zu unterstützen. systemicbrain.com begleitet diesen Prozess.

HBC Verwaltung 4.0

Die HBC: Hochschule Biberach ist bemerkenswert. Und hat ein ebenso bemerkenswertes Rektorat mit einem ebensolchen Kanzler: Herr Thomas Schwaeble hat sein Team eingeschworen auf Verwaltung 4.0. Diese Zukunftsvision hat zu tun mit Agilität, vernetzten, arbeitsteiligen Strukturen jenseits von Abteilungs- oder Silo-Denken.

Dazu kommt es aber nicht von selbst. Kolumbus hatte die Vision eines Seeweges nach Indien. Es brauchte seine Führung, um dort hin zu kommen. Immer, wenn man eine Vision, nicht nur triviale Ziele verwirklichen will, braucht es Führung. Weil die Menschen nicht alle von selber in die gleiche Richtung laufen. Und erst recht nicht, wenn es Hindernisse auf dem Weg gibt.

Welche Führung braucht „Verwaltung 4.0?

Daher lag die Frage auf der Hand, welche Führungskultur die Vision Verwaltung 4.0 unterstützen könnte. Eine agile Verwaltung, geprägt von Zusammenarbeit, Verantwortung, Empowerment entsteht nicht von selbst. Die HBC zur Zukunftshochschule machen. Attraktiv. Wettbewerbsfähig. Schlank. So lauten Elemente der Vision.

Ich habe die Ehre, die Hochschule Biberach in der „Führungswerkstatt“ auf dieser Reise zu begleiten. Aber welche Führungskultur unterstützt denn diese Ziele?

Führungsleitbilder sind nett, helfen aber nicht viel.

Dr. Rosenberger

Niemandem ist geholfen mit extern formulierten oder idealisierten Führungsleitbildern. Zu oft sind Leitbilder de fakto Wunschdenken. Lippenbekenntnisse. Kultur ist dagegen das, was tatsächlich täglich gelebt wird. 

Daher hielten wir auch abstrakt formulierte Führungsvisionen für nicht zieldienlich. Denn sie bleiben Vision, wenn sie nicht täglich gelebt werden. Tagtägliche Rituale müssen ausprobiert, eingeübt werden. Das bedeutet Muster überwinden, Komfortzonen verlassen. Dort, wo es nötig ist.

Was also tun? Herr Schwäble favorisierte einen konkreten Ansatz, der unmittelbar greifbare Fortschritte bringt und in der Erfahrungswelt seines Teams wurzelt.

LEGO SERIOUS PLAY ist eine ideale Methode

Daher begannen wir mit einem Workshop, der die inneren Bilder und Emotionen von vergangenen negativen (“Albtraum Führungserfahrung”) und positiven (“was hat mich maximal beeindruckt und motiviert”) auf den Tisch brachte. LEGO SERIOUS PLAY ist eine ideale Methode dafür. (Siehe auch hier: „Was ist eigentlich LEGO SERIOUS PLAY?„) Sie bringt in spielerischen Flow und damit mit Leichtigkeit  jede(n) einzelne(n) Mitarbeitende(n) individuell und jederzeit aktiv ein,  schafft einen angstfreien Raum und verbindet jenseits von Worthülsen und Plattitüden die inneren Bilder und Erfahrungswelten zu etwas Gemeinsamen, Größeren.

Im LEGO SERIOUS PLAY Workshop wurden zunächst LSP Starter Kits verwendet. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Im LEGO SERIOUS PLAY Workshop wurden zunächst LSP Starter Kits verwendet.

Das Gehirn arbeitet nach dem Prinzip „Supermarktregal“: Was in schneller Reichweite ist, wird gegriffen. LEGO SERIOUS PLAY blättert in inneren Bildern, weil es die reflexhaft hervorspringenden Worthülsen nicht nutzt.

Dr. Rosenberger

LEGO SERIOUS PLAY blättert in inneren Bildern. (Siehe 4D mapping mit LEGO SERIOSU PLAY) Da das Gehirn gerne automatisiert und vereinfachend arbeitet (Energie sparen!) greift es gerne zu den erstbesten Assoziationen. Prinzip Supermarktregal. Weil aber bei LEGO SERIOUS PLAY Fragestellungen eben nicht primär verbal, sondern symbolisch-assoziativ beantwortet werden, beginnen innere Suchprozesse. So, als wenn man ohne Navi und Autopilot bekanntes Terrain neu erkundet.

Die Teilnehmenden können nicht zu „erstbesten“ und daher vordergründigen semantischen Reflexen greifen. Durch die Aufforderung „bauen Sie etwas, das am ehesten erlaubt, die Frage zu beantworten“ fangen innere Suchprozesse an. Welches innere Bild habe ich? Was sind die hier wichtigen Facetten? Die Finger suchen Antworten. Durch die massive sensorische und motorische Vernetzung wird viel neuronale Kapazität, intuitives Wissen, aktiviert.

Berühren, Spüren, Bewegen, Klicken, Stecken, Ansehen, Ändern ... das ist ein neuroyal massiv stimulierender Prozess, der in tiefere Erfahrungsebenen, in intuitives Denken führt. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Berühren, Spüren, Bewegen, Klicken, Stecken, Ansehen, Ändern … das ist ein neuroyal massiv stimulierender Prozess, der in tiefere Erfahrungsebenen, in intuitives Denken führt.

Dabei entstehen Repräsentationen von früheren Erfahrungen. Biografische Erfahrungen sind immer leitend und prägend für Wirklichkeitskonstruktion, Erleben und zukünftige Möglichkeitsräume. Sprache kann das ausblenden, Intuition nicht. Vielleicht ein Grund, wieso viele sprachlich-kognitive „Lösungen“ gar keine sind, weil sie nie umgesetzt werden.

Negative Führungserfahrungen:

Warum werden in den Workshops überhaupt negative Erfahrungen thematisiert?

Neurobiologisch betrachtet gibt es dafür mindestens zwei Gründe. Einerseits werden Erlebnisse mit negativen Emotionen viel stärker codiert, also auch besser erinnert. (Das hat wohl mit Überlebensgenetik zu tun. Die Vorfahren, welche sich erfolgreich vermehrten bevor sie gefressen wurden, haben sich einfach gut genug an den Säbelzahntiger erinnert. Die anderen besser an das Honignäpfchen.) Damit entsteht aber auch schneller eine Assoziation und Flowerleben beim Re-Präsentieren dieser Erlebnisnetzwerke. Das ist also ein gewissermassen didaktischer Grund.

Für die Motivation spielen diese Erlebnisse jedoch auch eine große Rolle. Sie sind prägend für das eigene Verhalten, ggf. limitierend. Es ist wichtig, sie explizit zu thematisieren, „auf den Tisch zu bringen“, damit sie „behandelbar“ werden. Denn sie sind ja vorhanden und ggf. wirksam, auch wenn sie nicht betrachtet werden. Es hilft dem Individuum und dem Team, zu verstehen, aus welchem Erfahrungsraum die anderen Teammitglieder kommen.

Nachfolgend sind beispielhaft ein paar negativ assoziierte Führungserfahrungen der Teilnehmer:innen dargestellt:

Scheitern und die anderen sehen zu:

Die Erfolge sind auf einem wachsenden Berg. Argwöhnisch schauen die Kollegen zu. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Die Erfolge sind auf einem wachsenden Berg. Argwöhnisch schauen die Kollegen zu.

Berichtet jemand: „Meine Aufgaben fühlten sich an wie auf einem unerreichbar hohen und immer höher werdenden Podest. Der Rest von Team stand beobachtend daneben,; wie in einer schlechten Reality TV Show, so als ob sie das Scheitern live miterleben wollten. Hand angelegt, geholfen hat niemand. Das war so einsam … Ich wünsche mir, wenn ich nicht weiter komme Kollegen, ein Team, das mir hilft.“

Innere Kündigung: „quit pro quo“:

Innere Kündigung: Wenn er mich nicht unterstützt, dann ich ihn auch nicht. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Innere Kündigung: Wenn er mich nicht unterstützt, dann ich ihn auch nicht.

„Meinen Chef erlebte ich immer auf einem hohen Podest. In der einen Hand die Peitsche, mit der zu immer mehr Leistung angetrieben wurde. In der anderen Hand das Zepter, mit dem stets be- bzw. verurteilt wurde, was ich abgeliefert hatte. Es war immer zu wenig. Bis er mich schließlich dazu brachte, dass ich mich abwendete und ging. Das wird durch die offene Türe ausgedrückt.“

Keine Würdigung – Abwertung – Frust:

Die Führungskraft trampelt auf meinen Leistungen herum © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Die Führungskraft trampelt auf meinen Leistungen herum

„Ich mühte mich immer, hervorragende Ergebnisse zu bringen. Das sieht man an den bunten Steinen, auf denen mein Chef steht. Es hat sich immer darüber gestellt, es aber nie gewürdigt. Eher abgewertet. Er hält in der einen Hand eine Schaufel, mit der er auf mich geschlagen hat, in der anderen Hand ein Zepter, mit dem er selbstherrlich und intransparent regiert hat. Ich sehe zu ihm auf und sehne mich nach Anerkennung meiner Arbeit. Aber da kommt nichts“.

Chef ist unnahbar und zieht sich zurück:

Der Chef versteckt sich in einer Höhle. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Der Chef versteckt sich in einer Höhle.

„Mein Chef war immer auf einem Podest, irgendwie auch immer in (s)einem Wasserschloss. Das sieht man an den durchsichtigen blauen Steinen. Da konnte man nicht einfach durch den Wassergraben kommen. Und dort versteckte er sich in seiner Höhle, aus der er kaum heraus kam. Das wird durch den grauen Stein dargestellt. Nur das kleine Fenster verband ihn gelegentlich mit den Anderen. Das ist total frustrierend, es fehlt auch jede Orientierung.“

Eine Pfanne voller ungenutzter Möglichkeiten:

Es wird frei Haus serviert. Aber es ist nie genug. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Es wird frei Haus serviert. Aber es ist nie genug.

„Die Pfanne enthält die zubereitete Mahlzeit. Das ist das Arbeitsergebnis, das ich mit meinen Mitteln und Zutaten bewirken konnte. Meine Chefin hat immer nur die Dinge daneben gesehen: Das, was ich nicht eingebaut hatte, das, was ich nicht so gut konnte. Hilfe bekam ich nicht, um zu wachsen, zu lernen, es anders oder gar besser zu machen“.

Positive Erfahrung

Natürlich hat jede(r) auch motivierenden und inspirierende Erlebnisse zu berichten.

Transparenz:

Das Ziel stets vor Augen. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Das Ziel stets vor Augen

„Man sieht vor den Personen einen Haufen bunter Steine. Das sind die vielen Aufgaben, die erledigt werden müssen. Ganz vorne ist das Ziel, oder die Vision. Die Führungskraft hat irgendwie immer dafür gesorgt, dass wir wussten, wieso wir durch diesen Berg von Aufgaben durch müssen, ja wollen. Das wird durch die transparenten Scheiben symbolisiert.“

Reisen mit Verantwortung:

Eine Flugreise in die Verantwortung. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Eine Flugreise in die Verantwortung.

„Ich war recht neu in der Firma. Mein Chef war für einen wichtigen Kongressbesuch gebucht. Auf einmal bot er mir an, dass ich dort hin fliegen könnte. Er half mir bei der Vorbereitung und ließ mir viel freie Hand. Ich konnte das erst garnicht glauben, vermutete sogar mal eine ‚Falle‘. Es stellte sich heraus, dass er mir einfach vertraute. Meine Loyalität und Motivation gingen durch die Decke.“

Der Chef hält die Leiter:

Wenn jemand fest hält und stützt, kann man kaum abstürzen. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Wenn jemand fest hält und stützt, kann man kaum abstürzen.

„Es gab große Herausforderungen für mich, ich brauchte viel Mut, um meine Komfortzone zu verlassen. Mein Chef stand immer hinter mir und ‚hielt meine Leiter‘. Das gab mir Mut und stärkte mein Selbstvertrauen“.

Wohlwollende Atmosphäre im Führungsteam

Was für eine unglaubliche, kollegiale, wohlwollende Atmosphäre im Raum. Neugier auf die inneren Bilder und Blickwinkel der anderen. Jede(r) fühlte sich gesehen, respektiert, ernst genommen. 

Bereits diese Erfahrung hat viel mit Führung 4.0 zu tun: Es ist ein ‚Miteinander‘, ein ’sich Unterstützen‘, ein ‚Wir‘.

Keine Silos, keine Isolierung, kein Wettbewerb.

Verwaltung 4.0

In ähnlicher Weise wurde dann auch das Thema “Verwaltung 4.0” adressiert. Was ist das eigentlich? Das “Wort” kann ja jeder einfach benutzen. Aber welche Bedeutung ist dahinter? Was versteht jeder Einzelne darunter?

Verwaltung 4.0 = Vernetztes Arbeiten

Es gibt Verantwortlichkeiten, aber über allem liegt ein Netz. Vernetztes Arbeiten. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Es gibt Verantwortlichkeiten, aber über allem liegt ein Netz. Vernetztes Arbeiten.

„Zukünftig sollen keine Silos mehr da sein, auch wenn jeder formal in einer bestimmten Abteilung arbeitet. (erkennbar an den gelben Steinen, auf denen die farbigen Steinchen stecken). Bezüglich der Themen (magenta farbige Steine) kommen aber aus allen Abteilungen die Menschen gemäß ihrer Spezialitäten und Kompetenzen zusammen (farbige Steinchen auf den magenta-farbenen Steinen). Das alles wirkt zusammen zu einem kraftschlüssigen Netz, mit dem wir alle Aufgaben ‚fischen können‘, die anliegen.“

Verwaltung 4.0 = Alles auf ein Ziel hin

Zwischen den Bereichen ist ein definiertes Portal. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Zwischen den Bereichen ist ein definiertes Portal.

„Vor und hinter dem Portal sind komplexe Bereiche mit entsprechenden Dynamiken, welche den Mitarbeitenden nach ihren besten Stärken Freiräume schaffen. Es gibt aber auch klar definierte Ziele, Schnittstellen, durch welche sich alles zusammenfügen kann“.

Verwaltung 4.0 = keine Fürstentümer mehr

Le roi est mors: Die alten Fürstentümer sind vorbei. Jetzt darf probiert werden und das Team unterstützt. © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Le roi est mort: Die alten Fürstentümer sind vorbei. Jetzt darf probiert werden und das Team unterstützt.

„Früher gab es in jeder Abteilung einen Abteilungsfürsten. Was in der Abteilung passierte war nach aussen intransparent und wurde vom Fürsten regiert. Zukünftig wollen wir keine Fürsten mehr. (Sichtbar am Skelett links oben). Links unten sieht man einen Mitarbeitenden vor seiner Aufgabe (grauer Stein). Auf dem Kopf ein Helm, das steht für ‚hier darf ich etwas probieren, was auch schief gehen kann. Aber ich bin geschützt‘. Rechts vorne sind Tools, die zur Verfügung stehen, rechts hinten die Kollegen, die mit Rat und Tat (sichtbar an den bunten Steinen) zur Seite stehen.“

Verwaltung 4.0 = Vernetzte Strukturen

Die verschiedenen Themenbereiche werden durch die Mitarbeiter vernetzt.  © systemicbrain Dr. Johannes Rosenberger
Die verschiedenen Themenbereiche werden durch die Mitarbeiter vernetzt.

„Es gibt weiterhin formale Abteilungen, welche für bestimmte Themenfelder und Expertisen verantwortlich ist. Die Menschen aber arbeiten vernetzt zusammen, verbinden Stärken, blicken über Tellerränder und schaffen so tragfähigere und nachhaltigere Lösungen, als es innerhalb von Silos möglich wäre. Für die Menschen ist diese Art der Arbeit motivierender, weil die Teams dynamisch sind und sich an veränderte Bedingungen anpassen können.“

LEGO SERIOUS PLAY symbolisiert innere Bilder

Auch hier wurden die Vorstellungen und inneren Bilder mittels LEGO SERIOUS PLAY symbolisiert. Wie ein „3D-Druck aus dem intuitiven Bereich“. Frappierend das Ergebnis. Jeder Beitrag hatte ein paar individuelle “Blüten”, aber der gemeinsame Nenner, das Große Ganze war verblüffend kohärent. Good Job Herr Kanzler. Unter seiner Führung hat das Team ein doch sehr kohärentes Bild und eine gemeinsame Vision entwickelt. Eine gute Basis für Führungskultur und Verwaltung 4.0.

Nun kommt Baustein für Baustein hinzu. Hinschauen, Aspekte schärfen, ausprobieren, anwenden, Feedback. Nächste Runde.

Weitere Schritte …

Zunächst: “ Wirksame Kommunikation Teil 1: Der Sender”. Sich verstehbar machen und verstanden werden. Dieser Workshop war kürzlich, ich werde berichten.

Dann “Wirksame Kommunikation Teil 2: Der Empfänger”. Was kommt bei den Teams der Führungskräfte denn an? Wie sehen sie ihre Führungskraft? Was wirkt, was könnte ausgebaut werden? Es braucht diesen angstfreien Raum im Führungsteam, sich diesem Licht zu stellen. Auch hier: Chapeau! Feedback wagen und wachsen. Auch für diese Sequenz werden wir LEGO SERIOUS PLAY nutzen, um konstruktive Impulse zu gewinnen.

Dann: „Wie bauen wir aus Diversität wirksame Teams“. Hier geht es um Selbsterkenntnis, Präferenzenkenntnis. Wie wirken unterschiedliche Präferenzen zusammen? Welche „Sprache“ sprechen Menschen basierend auf ihren Präferenzen am ehesten? Das obige Bild „vernetztes Arbeiten“ macht das deutlich: Welche Präferenzen sollten zusammengestellt werden, sich komplementieren, um günstig und zieldienlich zu wirken.

Ich bin dankbar und stolz, diese Weg begleiten zu dürfen. 

Details zu LEGO SERIOUS PLAY finden Sie unter diesem Link. Der Autor ist durch die Association of Master Trainers von Robert Rasmussen zertifizierter LEGO SERIOUS PLAY Facilitator. Er arbeitet im Bereich „Hochbegabtencoaching“ mit Isabelle Lemiere zusammen, ansonsten mit Matthias Renner von Brickolution.

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Systemicplay: 4D Mapping mit LEGO SERIOUS PLAY https://systemicbrain.com/4d-mapping-mit-lego-serious-play/ https://systemicbrain.com/4d-mapping-mit-lego-serious-play/#respond Sun, 03 Oct 2021 05:29:02 +0000 https://systemicbrain.com/?p=257314

4D Mapping ist eine Anwendungsmethode der Theorie-U. Um das in Systemen verborgene intuitive Wissen zu mobilisieren, werden Phänomenen des „Embodiments“ genutzt. Embodiment basiert auf einer engen neurobiologischen Verbindung zwischen tiefen Hirnarealen und dem Körper. Dadurch ist der Körper in der Lage, „tiefes Denken und Wissen“, welches willkürlich nicht zugänglich ist, auszudrücken. Das ehrgeizigste Entwicklungs-Bestreben eines Systems kann besser befördert werden, wenn tief verankerte Hindernisse und Potentiale greifbar werden. Die LEGO SERIOUS PLAY Methode unterstützt genau diesen Prozess.

LEGO SERIOUS PLAY Methode zur dynamisierten strukturierten Systemaufstellung, also ein 4D-Mapping Ansatz. Dabei werden mittels LEGO® Steinen Skulpturen gestaltet, die metaphorisch eine Bedeutung symbolisieren. Der Prozess kristallisiert und externalisiert bei den Teilnehmenden jeweils diese individuellen Bedeutungen. Dann führt der Prozess in einen cokreativen Gruppenprozess, der vom („nur“) gemeinsamen Betrachten und Verstehen bis hin zur Integration und Erarbeitung kollektiver Identitäten, Visionen und priorisierter Vorgehenswege reicht. Dabei werden individuelle Systeme nicht nur durchlässig, sondern das befruchtende mentale Ankoppeln wird befördert, Systemresonanz entsteht, Perspektiven und Lösungen jenseits der individuellen Horizonte werden möglich. Dabei bleiben die Teilnehmer identifiziert.

LEGO SERIOUS PLAY Anwendungsbereiche

Grundsätzlich kann mit LEGO SERIOUS PLAY jede komplexe Fragestellung bearbeitet werden, bei der scheinbar keine oder mehr als eine Antwort gibt, und bei der die betroffenen Menschen involviert werden sollen.

Es in unterschiedlichen Formaten ein breites Themenspektrum behandelt werden. Es reicht von 1:1 Setting mit Inhalten aus dem Business- oder Lifecoaching (incl. Beziehungsarbeit) über Gruppenworkshops mit Aufgaben der Teamidentität und -entwicklung bis hin zur komplexen Identitäts-, Kreativitäts-, Strategie- und Visionsarbeit auf Unternehmensebene.
LEGO SERIOUS PLAY bietet daher einen methodischen Rahmen für Themen der Beziehungs- bzw. Teamentwicklung, Problemlösung sowie Kreativität und Innovation. Immer geht es dabei auch um Komplexitätsreduktion, Abstraktion und Musterfindung in komplexen Szenarien.

Verbal-semantische Sprache dient für jeden denkbaren Kontext sowohl bei der Kristallisation und Expression von linear-logischem Denken.

LEGO SERIOUS PLAY ist ein Instrument, das individuell intuitive, emotionale und vorbewusste Prozesse im Gehirn konkretisiert und durch Symbole besser greifbar macht. Dabei findet sowohl eine Integration der Vergangenheit (Erfahrungswissen), als auch ein spielerisches Durchbrechen erfahrungsbasierter Regeln (Experimentieren) statt, wodurch Innovation (vom individuellen Verlassen von Komfortzonen bis hin zur Team- oder Unternehmensinnovation) möglich wird.

Im Verlauf der Arbeit werden die erschaffenen Symbole in räumlichem Abstand zum Erbauer gestellt, bewegt, betrachtet und besprochen. Durch den Abstand des Modells vom Erbauer findet psychodynamsich eine hilfreiche Dissoziation statt, welche eine Fokussierung hin zur Aussage und weg von der Person unterstützt. Potentiell Konfliktbehaftetes kann dadurch z.B. in günstiger Weise thematisiert werden.

Schließlich folgt die gemeinsame Integration der Einzelbeiträge in ein Gesamtbild. Das kann von der gemeinsamen Anordnung in der Fläche bis hin zur Erschaffung eines gemeinsamen Gesamtobjektes reichen. Dadurch wird eine gemeinsam denkbare Zukunftsmöglichkeit skizziert. Das Vorgehen von LEGO SERIOUS PLAY stellt sicher, dass die individuellen Beiträge jedes Teilnehmers darin enthalten sind. Durch die Moderation wird gewährleistet, dass das jederzeit im aktuellen Fortschritt so bleibt. Dadurch ist bei einer späteren Implementierung mit großer Zustimmung der Menschen bzw. erheblich reduziertem Widerstand zu rechnen. Somit ist LEGO SERIOUS PLAY in besonderem Maß auch für Change-Management Prozesse geeignet.

Wieso ist LEGO SERIOUS PLAY für Change Management Prozesse geeignet?

Unsere Alltagswirklichkeit ist geprägt von erfahrungsbasiert bevorzugten Wirklichkeitskonstruktionen und Handlungsmustern. Diese werden von neuronalen „Erlebnisnetzwerken“ getragen, welche wie in inneren Landkarten an denen wir uns dann orientieren, gespeichert werden.

Durch eine neurobiologische Eigenschaft des neuronalen Systems unseres Gehirns verstärken sich Denkmuster mit jeder Nutzung immer mehr. Selbst wenn nur einzelne Aspekte bestehender Denkmuster ausgelöst werden, wird das gesamte Denkmuster wach. (Pawlow’scher Hund: Die Glocke alleine löst das Speicheln aus) Dies führt zu einer stetigen Verstärkung häufig ausgelöster, etablierter Netze. Durch die o.g. neuronale Verstärkung entstehen also individuell bevorzugte, „sprungbereite“ Erlebnis- und Handlungsnetzwerke. Diese werden breiter und dadurch immer häufiger getriggert und ausgelöst.

Diese neuronal besonders starke Ausprägung entspricht salopp gesagt „ausgetretenen Wegen“ oder „Autopiloten“ – ich benutze gerne den Ausdruck „Denk-Rillen“ – nicht nur unseres individuellen, inneren Systems. Auch zwischenmenschliche Systeme, von privaten Beziehungen bis hin zu Teams und ganzen Organisationen, funktionieren vergleichbar.

Man erkennt nur, was man kennt

Das bedeutet, dass spontan bevorzugt das gesehen wird, was schon immer gesehen wurde, Erlebnisse so gedeutet werden, wie sie schon immer gedeutet wurden, das für (un)möglich gehalten wird, was schon immer (un)möglich schien. Das reicht bis hin zu dem jedem Leser bekannten Umstand, dass auch häufig immer die gleichen 20% der Teilnehmer in Meetings sich zu Wort melden bzw. die Meinung bestimmen, die das auch sonst immer tun. Wirkliche Problemlösung, Konfliktbearbeitung, Innovation oder Vision ist so nicht möglich.

Das Großhirn ist nur die Pressestelle des Geistes

Kognitive Kompetenzen werden dabei in psychosozialen Systemen häufig zur (v.a. sozial verträglichen) Begründung des Handelns – oder Nichthandelns – verwendet.

Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet Argumente.

Man könnte sie illustrativ auch als „die Pressestelle unseres Gehirns“ (in der vereinfachten Skizze: grün) umschreiben.

Das „grüne“ Hirn ist die „Pressestelle“ des Hirnes. Das „rote“ Hirn ist „der CEO“.


Unsere Sicht der Wirklichkeit, unsere Handlungsmotivation, aber auch archaische Reflexe, Abwehr und Angst geschehen jedoch eher in limbisch-mittelhirnigen, intuitiven Bereichen des Gehirns (im der Skizze: rot). Hier rührt die im Bonmot „Die Kultur verspeist die Strategie zum Frühstück“ zusammengefasste Erfahrung her, dass Veränderungsideen, so logisch sie auch immer sein mögen, dennoch an Menschen scheitern können.

Daraus folgt, dass für den Umgang mit Veränderungsbedarf (mit dem Kontrollverlust und Angst einher gehen) oder Innovationsbedarf (mit der Notwendigkeit, zu „sehen, denken, deuten, wie es noch nie getan wurde“) andere Methoden erforderlich sind als jene, die in diesen Bedarf hinein geführt haben. Selbst die in der Vergangenheit kompetentesten Methoden könnten für gegenwärtige Fragestellungen nicht mehr adäquat sein.

LEGO SERIOUS PLAY bietet einen Methodenwechsel. Wieso?

1.: Non-verbale Kommunikation hilft, Denkrillen zu verlassen:

Das primäre Kommunikationsmittel ist bei LEGO SERIOUS PLAY nicht verbale, semantische Sprache. Vielmehr wird als Antwort auf eine Frage eine Skulptur aus mehr oder weniger Bausteinen gestaltet. Dabei wird Diffuses , nicht Lineares explizit, ohne jedoch unmittelbar Denkrillen begrenzter verbaler Sprachmuster zu bedienen. Es entsteht eine metaphorische Skulptur, kein Modell, schon gar nicht etwas, das möglichst genau eine bestimmte „Wirklichkeit“ abbildet. So kann der 1 cm große, rote „2er-Stein“ genauso gut ein Auto, ein Gesetz, eine Firma, ein Kollege oder was auch immer sein. Bedeutung wird gegeben. Mehrdeutigkeit ist möglich. Ein wesentlicher Grundsatz lautet: „Die Skulptur ist die Antwort“ (nicht die Beschreibung der Skulptur). Dabei spielt es keine Rolle, ob Erbauer oder Team diese Antwort kognitiv „wirklich“ verstehen. Das, was als Skulptur aus LEGO Steinen entstanden ist, beantwortet per Definition die gestellte Frage. Natürlich wird versucht, sich verbal-semantisch der Bedeutung jeder Skulptur zu nähern, worin weitere Aspekte der Wirksamkeit liegt:

2.: Neugier für und Respekt vor den Beiträgen werden gelebt und erlebt. Geheimnisse werden ausgeschlossen.

Sind alle Skulpturen als individuelle Antwort auf eine Frage entstanden, so werden sie auf einen Tisch gestellt und vorgestellt. Hier geschieht nicht nur eine Dissoziation von Antwort und Erbauer, wodurch distanziert besprochen werden kann, was individuell persönlich entstand. Die enge Verbindung von Antwort und Person, ja teilweise die Identifizierung von Antwort und Person, wird dadurch gelöst und es können einfacher selbst hoch emotionale Aspekte, Rückmeldungen, Gedanken thematisiert werden. Der Prozess rückt das Objekt der Antwort in den Fokus und schützt dabei den Erbauer. Dies geschieht nicht nur implizit, sondern auch explizit, wird also durch den Moderator sichergestellt:
Thematisiert wird nämlich nur das Sichtbare und dessen symbolische/metaphorische Bedeutung. Dabei gilt stets die zweite Grundregel: Der Erbauer bestimmt die Bedeutung. Niemand kann beanspruchen, dass etwas falsch sei oder anders sein müsse; es ist, wie das Modell es sagt. Und der Erbauer definiert die Bedeutung.
Allerdings wird in dieser Phase des Vorgehens jede einzelne Skulptur gemeinsam genau exploriert. Wenn der Erbauer also z.B. beschreibt „dies ist ein gelber Stein, und es ist eine Ente“, dann ist das zwar so. Vielleicht kann aber z.B. jemand nachfragen „ich sehe nur einen grünen Stein…“ und der Erbauer bekommt Gelegenheit z.B. zu erklären, das läge daran, dass er keinen gelben Stein gefunden habe. Niemand kann jedoch proklamieren, dass es keine Ente sei. So wird in dieser Phase diskutiert, analysiert, identifiziert, bis allen Beteiligten klar ist, was sie darstellt und in wiefern das verstanden wird.
Anders als in üblichen Meetings wird also nicht per Autopilot von anderen unausgesprochen festgelegt, was die Äußerung einer Person bedeute. Bei LEGO SERIOUS PLAY wird über das für alle Sichtbare gesprochen und zunächst ausführlich klargestellt, was es meint. So geschieht eine umfassende Würdigung der Beiträge durch explizite Zuwendung aller und gleichzeitig ein tiefes Verständnis dessen, was jeder Teilnehmer auf den Tisch gebracht hat.

Es wird dann von jedem beschrieben, was man in/an der Skulptur sehen kann. Was man nicht sehen kann, ist nicht repräsentiert. Zwar führt dies ggf. zum Bedarf, über mehrere Runden in einem iterativen Prozess nach zu schärfen, um sich der gewünschten Bedeutung bis zur „Stimmigkeit“ anzunähern. Dafür verschwindet jedoch jegliche Intransparenz darüber, was auf dem Tisch ist. Wissens- oder Erkenntnisunterschiede werden reduziert. Nur das, was für alle Sichtbar ist, spielt unmittelbar eine Rolle. Dies ermöglicht eine sehr intensive Auseinandersetzung „auf Augenhöhe“. Grundlage dafür ist neben dem Festhalten am Sichtbaren (und ggf. Ergänzen von Skulpturen, wenn Wesentliches fehlt) der Umstand, dass jeder Teilnehmer eines Workshops jederzeit dabei ist und mit baut. Wer nicht mit gestaltet, ist (außer den Moderatoren) nicht im Raum. Es gibt keine Zuschauer sondern nur Beteiligte.

Sich der Bedeutung annähern, Bedeutung geben:

Die Antwort auf eine Fragestellung liegt in der Skulptur. Diese ist die dreidimensionale, im jeweiligen Augenblick möglichst „stimmige“ Expression von auf die Frage bezogenen, häufig vorbewussten, immer zirkulären inneren Prozessen des Erbauers. Gerade diese sind nicht gut mit semantisch-grammatikalischer Sprache, welche ja linear-mono-logisch ist, auszudrücken. Letztere ist jedoch erforderlich, um zwischenmenschlich zu kommunizieren. Dadurch wird ein erforderlicher Prozess beflügelt, in dem Runde für Runde durch erklärende und nachfragende semantisch sprachliche Interaktion der Teilnehmenden bei Team und im Individuum der kreative innere Prozess weiterläuft, das Modell ergänzt werden kann, alle sich zunehmend der gewünschten Bedeutung annähern. Aus den anfangs isolierten, jeweils individuellen intrapersonellen, zirkulären Denkprozessen wird dadurch im Verlauf ein sich wechselseitig stimulierender, interpersoneller Denkprozess, der sich sogar jenseits der Limitationen semantisch-verbaler Sprache entfalten kann. Wie wenn sich die Anzahl autonomer intuitiver Kompetenzen im Raum, die anfangs mit Hilfe strukturell limitierter Sprache kommuniziert, einem Raum findet, in dem sie mehr und mehr stimulierende Resonanz entfalten kann um eine multikompetente Antwort auf Fragestellungen zu finden.

Dissoziation als Schlüssel zur Türe aus dem Komfortbereich:

Je mehr jemand sich mit einem Thema, einer Meinung, einer Idee identifiziert, desto näher an der Person repräsentiert es sich räumlich im inneren Erleben: Dinge gehen einem „nah“.
Damit geht einher, dass Zustimmung zum Thema erlebt wird als „ich bin akzeptiert“, Ablehnung des Themas erlebt wird als „ich werde abgelehnt“, mit allen Konsequenzen für archaische Reaktionen (Angriff, Flucht, Totstellen). Die Arbeit an Lösungswegen hat viel zu tun mit „Stellvertreterauseinandersetzungen“. Diese laufen nach dem Drehbuch „Greift jemand meinen Beitrag an, werde ich angegriffen. Ich muss meinen Beitrag verteidigen, weil ich mich verteidigen muss. Stimme ich einem Beitrag zu, gebe ich der Person Macht.“
LEGO SERIOUS PLAY bedingt, dass die eigenen Beiträge nicht primär durch Teilnehmende repräsentiert werden, sondern dass die Teilnehmenden über ihre Symbole sprechen. Da steht nicht im Vordergrund, dass eine Person im Rahmenlicht steht und etwas sagt. Vielmehr steht das Symbol im Rampenlicht – auf dem Tisch, oder in der Hand – und die Person spricht darüber, was in dem Modell sichtbar ist und was es bedeutet. Es wird auf Details gezeigt, idealerweise sogar mit einem Zeiger. Das Modell wird von allen Seiten gezeigt, und alle blicken auf das Modell. Die Fragen werden artikuliert als Fragen an das Modell („hat der gelbe Stein eine besondere Bedeutung?“) und nicht an die Person („was willst Du damit sagen?“).
Durch diese Art der Interaktion rückt das Individuum als integrale Person aus dem Rampenlicht, der symbolische Beitrag rückt in das Rampenlicht. Es geht um das Thema, nicht um die Person. Selbst bei kontroverser Diskussion einer Idee ist der Tenor, dass man etwas nicht nur auf die eine Weise (wie im Symbol des Erbauers) sehen muss, sondern es auch auf eine andere Weise (so wie im Symbol des Diskutanten) sehen kann. Es entsteht Vielfalt, Auswahlmöglichkeit, „sowohl als auch“, im Gegensatz zu Einengung auf „richtig oder falsch“.
Durch das externalisieren von Intuitivem hinein in Symbole wird Inneres also anfassbar und in räumlicher Distanz handhabbar. Symbole werden auf dem Tisch bewegbar, können in Abstand oder Nähe zu anderen Symbolen positioniert werden. Dies alles sind Metaphern für Beweglichkeit der Standpunkte, der Blickpunkte, der gemeinsamen Lösungsgestaltung.

Hand – Mind – Connection:

Probleme können, so ein Bonmot von Albert Einstein, nicht mit den selben Methoden gelöst werden, mit denen sie erzeugt wurden.
Es wurde dargelegt, dass unser Gehirn strukturell und energiesparend üblicherweise versucht, in etablierten Mustern zu arbeiten. Diese etablierten, selbstreproduzierenden und selbststabilisierenden neuronalen Netze benötigen Störungen um neues wirksam zuzulassen.
Dabei ist es hilfreich, mit den Bereichen des Körpers zu arbeiten, welche sowohl willentlicher Steuerung unterliegen, als auch starken Einfluss auf unwillkürliche Prozesse haben. Hier eignet sich der willkürlich steuerbare Bewegungsapparat hervorragend, insbesondere die willkürlich efferent sehr fein steuerbare und sensorisch afferent sehr umfassend ausgestattete Hand zu nutzen. LEGO Bausteine haben durch ihr Material und ihre Ausgestaltung eine besondere Haptik: Spitz, kantig, rund, glatt. Die Möglichkeit, sehr einfach Steine zu verbinden und zu trennen reizt zum Spiel. Bewegungen lassen sich imitieren. Was hier gefühlt, gesehen, gehört wird, also der multisensorische Eindruck, löst Kreisläufe von Wahrnehmung und Assoziation aus. Es spielend einfach, Justierungen, Änderungen, Feingestaltungen vorzunehmen. Eine Kreative Schleife wird ausgelöst, wenn man sich darauf einlässt. Die Auswahl der Bausteine ist dabei so, dass diese für sich keine zu starken Prägungen auslösen: Umfassend vorgeformte Bausteine, die aus den derzeit so gefragten „Erlebniswelten“ kommen, sind eher ungeeignet, da die Bedeutungsgebung durch Branding oder Form zu naheliegend und damit einengend ist. Eher die „Rohformen“, Ecken, Kanten, schmal, breit, Farben, Seile etc. fordern den kreativen Prozess.
Das Workshop Setup ist so gewählt, dass die Teilnehmenden zunächst nach Anleitung bauen, bevor sie kaum merklich in Richtung freien, assoziativen Gestaltens gleiten.

Zusammenfassung

Für die Wirkung von LEGO SERIOUS PLAY sind vier parallele Dynamiken von besonderer Bedeutung:

  • Diffuses, intuitiv-vorbewusst Geahntes wird mobilisiert und kristallisiert als konkret greifbares Symbol auf dem Tisch.
  • Kompetenz wird freigesetzt indem bildlich-analoges, zirkulär-vorbewusste Denken integriert wird mit bewusstem, kognitiv-sprachlichem, linear-logischem Denken
  • Mit Identität und emotional assoziierte Themen können isoliert und von der Person dissoziiert werden. So rückt die Person in einen sicheren Raum, verhandelbare Lösungsbeiträge werden möglich.
  • Das individuell-autonome Konstruieren wird durch Gruppenresonanz und vielfache Stimuli ergänzt, sodass Kompetenz katalysiert und ungeahntes Potential freigesetzt werden kann.
  • Individuelle Beiträge aller werden ermutigt und zum gemeinsamen Lösungsmodell der Gruppe integriert.

LEGO SERIOUS PLAY eignet sich für Einzelarbeit, entfaltet sein volles Potential jedoch in Teamsettings, bei denen Lösungen durch die individuellen Beiträge entstehen. Sei es aufgrund der Notwendigkeit, bedürfnisbasierte gemeinsame Nenner zu identifizieren, oder um auf Identität basierende Zukunftsszenarien und Wege dorthin zu entwickeln. Durch die Methode und das Material werden in einem sicheren Rahmen spielerisch mentale Prozesse stimuliert, wodurch Kompetenzen freigesetzt und erlebt werden. Das erzeugt Flow und innovative, konsensfähige Lösungen jenseits rein konzeptioneller Szenarien.
Der wirksame Einsatz erfordert sowohl in der Methode als auch in allgemeiner Veränderungsmethodik adäquat ausgebildete Moderatoren.

Systemicbrain® konzentriert sich darauf, mittels Komplexitätsreduktion und Kompetenzentfaltung Klienten mit Veränderungsbedarf zu individuellen und passgenauen Lösungen zu verhelfen. Als mehrfach zertifizierter LEGO SERIOUS PLAY Facilitator nutzt der Inhaber als bevorzugtes Werkzeug dafür LEGO SERIOUS PLAY.

LEGO SERIOUS PLAY METHODE Modell wird erklärt
Ein Teilnehmer zeigt seine Skulptur zum Thema „Albtraum Kollege“
Eine Landschaft erstellt mit LEGO SERIOUS PLAY Materialien
Eine Landschaft erstellt mit LEGO SERIOUS PLAY Materialien

Wenn Sie sich ausführlicher für Workshops mit der original LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien interessieren, sprechen Sie mich gerne an.

Details zu LEGO SERIOUS PLAY finden Sie unter diesem Link. Der Autor ist durch die Association of Master Trainers von Robert Rasmussen zertifizierter LEGO SERIOUS PLAY Facilitator. Er arbeitet im Bereich „Hochbegabtencoaching“ mit Isabelle Lemiere zusammen, ansonsten mit Matthias Renner von Brickolution.

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Was unterscheidet LEGO SERIOUS PLAY von systemicPLAY? https://systemicbrain.com/was-unterscheidet-lego-serious-play-von-systemicplay/ https://systemicbrain.com/was-unterscheidet-lego-serious-play-von-systemicplay/#respond Tue, 14 Sep 2021 13:55:18 +0000 https://systemicbrain.com/?p=256923

Die Wörter „LEGO®“ und „SERIOUS PLAY®„, die Minifigur und die Stein-/Knopfkonfiguration sind geschützte Handelsmarken der LEGO® Gruppe. Die LEGO® Gruppe ist keine autorisierende, sponsernde oder freigebende Instanz für diese Website (so wie für keinen Anbieter von Workshops mit LEGO® SERIOUS PLAY®Materialien und Methoden) sondern stellte das Know How sowie die speziellen Materialien allen Interessierten zur beliebigen Nutzung zur Verfügung.

Die zwei wesentlich für die Professionalisierung der ersten Ideen verantwortlichen, damaligen LEGO® Verantwortlichen sind heute in der Assiciation of Master Trainers organisiert; sie lehren und zertifizieren gemäss des ursprünglichen sowie von ihnen weiterentwickelten Methodenkörpers.

systemicPLAY® ist eine geschützte Untermarke von systemicbrain® und steht für Workshops oder Workshop-Elemente, bei denen Methoden und Materialien von LEGO® SERIOUS PLAY® eingesetzt werden. (systemicbrain® ist der Markenname, unter dem Dr. Johannes Rosenberger seine Dienstleistungen anbietet.) Neben diesen Materialien und Methoden, für Dr. Johannes Rosenberger vom Erfinder der Methode (über die Association of Master Trainers) zertifiziert wurde, werden während, aber auch vor und nach den Workshops incl. ggf. auftretendem Coachingbedarf professionelle, neurowissenschaftlich fundierte systemische Coaching Methoden eingebracht.
Weiterhin werden systemicPLAY®-Workshops immer durch hauptberufliche Profis geleitet, die neben der Zertifizierung durch die Association zusätzlich sowohl über umfassende Berufserfahrung als auch über eine umfassende Coaching-Ausbildung verfügen.

systemicPLAY® ergänzt 100% LEGO® SERIOUS PLAY® Materialien und Methoden mit dem „gewissen Extra“.

Wieso heisst es dann nicht gleich „LEGO SERIOUS PLAY Plus“?

Das liegt vor allem an den Nutzungs- und Lizenzbedingungen der LEGO® Group.

Zwar hat sie das Urheberrecht an der Methode unter einer „creative commons“ Lizenz mit klar definierten Bedingungen zur allgemeinen Nutzung freigegeben. Dies beinhaltet jedoch nicht den Umgang mit der Marke „LEGO®“ selber und ihren Derivaten. Als Inhaber einer der stärksten Marken weltweit liegt der LEGO® Group viel daran, Wert, Inhalt und Qualität zu schützen. Das kann sie nicht bei Dritten, die nicht unter der Kontrolle der Group sind. Niemand soll also unerlaubt den Eindruck erwecken, „LEGO“ zu sein, wenn das nicht so ist.

Jeder Nutzer der Marke „LEGO® SERIOUS PLAY®“ muss daher durch einen definierten Text klarstellen, dass zwar die Materialien und Methoden der LEGO® Gruppe genutzt werden, diese jedoch sonst nichts mit dem Anbieter zu tun hat. Gewissermassen: „ich zitiere zwar Goethe, bin aber nicht Goethe und Goethe weiss nicht, was ich tue“.

Nicht alle Anbieter von Workshops mit Materialien und Methoden von LEGO® SERIOUS PLAY® nehmen das so genau. systemicbrain® schon.Daher darf auch systemicbrain® nur unter dieser klaren Abgrenzung die Markenbegriffe nutzen.

Welche Rolle spielt die Zertifizierung?

Die Anzahl derer, die bei der Methodenentwicklung dabei waren, ist begrenzt. (siehe Beitrag „Wie ist LEGO®. SERIOUS PLAY® entstanden“).

bis dahin nicht öffentliche Know-How unter einer an zwei Dingen: Erstens sind

ist eine Marke von wie systemicbrain® eine Marke von Dr. Johannes Rosenberger. die the Minifigure and the Brick and Knob configurations are trademarks of the LEGO Group, which does not sponsor, authorize or endorse this website. systemicbrain respects and aligns with the the LEGO® SERIOUS PLAY® trademark guidelines.neuro-systemische Veränderungsarbeit, bei der

Der nachfolgende Artikel gibt einen kurzen Überblick über die LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien. Andere Beiträge gehen tiefer ein auf den neuro-wissenschaftlichen Hintergrund und den Ablauf eines LEGO SERIOUS PLAY Workshops.

„Für manche ist es vorher nur ein moderierter Workshop, für die meisten danach eine ‚Flow-Maschine‘ und ein ‚3D Gedankendrucker'“

Dr. Rosenberger, systemicbrain

LEGO SERIOUS PLAY ist ein Katalysator, um Denkrillen und Alltagskognitionen zu überwinden.

Die LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien unterstützen Workshop Format v.a. für Teams. Die zu bearbeitenden Fragestellungen werden primär nicht verbal, sondern gestalterisch symbolhaft und räumlich repräsentiert bearbeitet. Dafür kann man andere Materialien benutzen, die LEGO Steine bieten allerdings gewisse Vorteile.

In einer von Flow getragenen Atmosphäre wird im Blick auf eine Fragestellung Schritt um Schritt die individuelle innere Welt der Teilnehmer tiefgründig exploriert, gestalterisch durch Symbole visualisierend und mehrdimensional zum Ausdruck gebracht und mit dem restlichen Team tiefgründig kommuniziert. Durch eine sich mehrfach wiederholende Abfolge bestimmter Schritte werden die Teilnehmer nach und nach durch komplexe Fragestellungen geführt. Themen, Inhalte und Ziele kommen aus dem Umfeld der Teilnehmer, z.B. aus deren Unternehmen. Ein ausgebildeter Moderator gewährleistet diesen Lösungsprozess, durch den das Team über eingefahrene Wege und über sich selbst hinauswächst.

Man kann Probleme nicht mit der selben Methode lösen, mit der sie entstanden sind.

Albert Einstein

Die LEGO SERIOUS PLAY Methode ist neurobiologisch fundiert und hoch wirksam für floskel-freie Kommunikation aller Teilnehmer, das Sprengen von nicht mehr hilfreichen Denk-Fesseln und unvoreingenommenes Erspielen von Neuem. Ein Hilfsmittel also zum Finden relevanter Zukunftsbilder und deren gemeinsame Vorbereitung durch alle im Team.

Konkrete Konflikte, Themen- oder Problemstellungen aller Art können auf unorthodoxe Weise tiefgründig und zielführend bearbeitet werden. Die LEGO SERIOUS PLAY Methode erzeugt als Nebeneffekt Teamintegration, Teamverständnis und Buy-In. Mehr über den Ablauf eines LEGO SERIOUS PLAY Workshops finden Sie hier.

LEGO SERIOUS PLAY METHODE Modell wird erklärt
Ein Teilnehmer zeigt seine Skulptur zum Thema „Albtraum Kollege“

Was kann LEGO SERIOUS PLAY

Die LEGO SERIOUS PLAY Methode schafft Thermik für das Gehirn: Ideen, Gedanken und Teams überfliegen Grenzen

Das moderierte Workshop-Format durchbricht neurobiologisch determinierte Fesseln des Gehirns. Dazu bedient es sich spielerisch in besonderem Maß erfahrungs-, motivations- und kreativitätsrelevanter Hirnareale. Diese liegen ausserhalb des Großhirns, jenseits der Kognition. Die nonverbale, symbolisch-metaphorische Gestaltungssprache dieser Hirnstrukturen ist in besonderer Weise kompatibel mit den analogen, bunten, abstrakten Bausteinen. Deren fast beliebige und stabile Kombinierbarkeit verführt zum Spiel und erzeugt dabei Flow. Flow öffnet Türen.

Motorisch willkürlich steuerbar und zugleich hoch sensibel: Die Hände aktivieren im Kreativen Prozesses viele Hirnareale. Diese aktivieren wiederum die Hände.

Mit Hilfe der LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien entsteht in angstfreiem Flow ein Denk-Raum, der zu Handlungs-Raum werden kann. Einmal erspielte Räume werden greifbar. Über-spielte Grenzen und Tabus werden durchlässig. Angstfrei Erspieltes wird konsensfähig.

LEGO SERIOUS PLAY erleichtert schwereloses, gedankliches Schweben und spielerisch kombinierendes Gestalten. Wertfreies Ausprobieren von Neuem. Bisherige Identität und Kultur werden achtsam um Innovatives und Vision erweitert. Zukunft wird ausgehend von der Gegenwart neu gedacht.
Individuen und Identitäten werden respektvoll abgeholt. Standpunkte werden eingenommen, verspürt und verstanden. Beiträge werden wertgeschätzt und integriert. Tragfähige Teams entstehen, in denen alle eine Stimme haben, und erzeugen tragfähige Lösungen.

Wo lassen sich die LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien nutzen?

Kennen Sie Meetings, in denen sich Leute zurücklehnen? Sich jemand nichts zu sagen traut? „Es“ schwebt im Raum, niemand spricht „es“ an? Kennen Sie, dass wieder und wieder die gleichen Antworten auf Herausforderungen und Fragen vorgebracht werden? Haben Sie erlebt, dass ganz unwillkürlich immer wieder immer mehr vom Gleichen passiert? Statt aus dem Referenzrahmen zu treten, neue Wege, Innovation und Zukunft zu erschließen.

Wenn es keinen Weg oder viele gibt, und die Kompetenz aller gefragt ist.

Workshops auf Basis der LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien sind das Format der Wahl, wenn es bei wirklich relevanten Themen, Sackgassen, Problemen oder Konflikte keine naheliegende Antwort gibt, oder zu viele davon. Und wenn die betroffenen Menschen bei der Lösungsfindung mitkommen sollen.

Wenn es darauf ankommt, dass die Lösung von den Menschen getragen wird.

Wenn Sie bereits verstanden haben, dass die Königsdisziplin von Führung die Kompetenzen des Teams frei setzt und nicht übersteuert, dann helfen Ihnen Workshops basierend auf der LEGO SERIOUS PLAY Methode, wirklich alle Stimmen zu hören und so zu integrieren, dass eine solide Basis für Innovation, Buy-In und Umsetzung entsteht.

Eine Landschaft erstellt mit LEGO SERIOUS PLAY Materialien
Eine Landschaft erstellt mit LEGO SERIOUS PLAY Materialien

LEGO SERIOUS PLAY Workshops öffnen Menschen, Herzen, Gehirne und den Mund. Nicht der kleinste Nenner, sondern das größte gemeinsame Vielfache wird aktiviert.

Flow, Spiel im respektvollen, angstfreien Raum, ein Feld schaffen für agile learning und rapid prototyping von Strategien, Visionen und Lösungen.
Typische Einsatzgebiete sind neben jeder Art individueller Herausforderungen insbesondere z.B.

  • Teamkonflikte (Spannungen, Guiding Principles, Teambuilding)
  • Coaching settings (z.B. berufliche Zukunft, Veränderungswünsche, diffuse Unzufriedenheiten)
  • M&A Fragestellungen (z.B. Target Priorisierung, Synergiepotentiale)
  • PMI (z.B. Teamintegration, Strukturoptimierung, Kulturintegration)
  • Ideenfindung (z.B. Mitarbeiter- bzw. Kundenbedürfnisse, Buying-Personas, Problemanalysen)
  • Rapid Prototyping
  • Innovationsarbeit
  • Theorie U Vorgehensmodelle (der LEGO SERIOUS PLAY Prozess bildet in der vollen Ausprägung alle Phasen von Seeing und Sensing über Presenting und Crystallizing ab und führt bis zur Vorbereitung des Prototyping Designs) und Design Thinking
  • Zukunftsbilder, Leitbilder, Visionen, Strategiearbeit
  • Change Projekte (Change Design)
  • Analysen aller Art (basierend auf KnowHow der Mitarbeiter)

Wo nutze ich die LEGO SERIOUS PLAY Methode besser nicht?

Wenn man die LEGO SERIOUS PLAY „Pferdchen laufen lässt“, entstehen selbstbewusste Teams und deren authentische Lösungen. Daher ist die Methode nicht geeignet, um vorgegebene Entscheidungen zu verabreichen oder zu „untermauern“. Es würde wohl auch nicht funktionieren, da die Teilnehmer den Betrug entweder seismographisch wittern, oder sich danach umso mehr „betrogen“ fühlen würden.

Vielversprechend kann die LEGO SERIOUS PLAY Methode nur eingesetzt werden, wenn die Lösungskompetenz im Team „auf Sendung“ geschaltet werden soll.

systemicbrain nutzt die original
LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien

Die LEGO SERIOUS PLAY Methode bietet gewissermassen eine „Grammatik“ für ein hochwirksames Workshop Format. Diese Methode wurde von LEGO der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

Jeder kann sie anwenden. Eine Schere macht aber noch keinen Friseur, ein Grammatikbuch noch keinen Redner.
Für die erfolgreiche Anwendung der Methode sind neben der Methode und den LEGO SYSTEMIC PLAY Bausteinen, die auch jeder erwerben kann, wenigstens zwei weitere Aspekte von besonderer Bedeutung.

Erfolgreiche Workshops mit der LEGO SERIOUS PLAY Methode erfordern einen sorgfältig ausgebildeten Moderator.

Am besten lernt man die Grammatik vom Erfinder. Die LEGO SERIOUS PLAY Methode wurde vor der allgemeinen Freigabe von LEGO, namentlich Robert Rasmussen, in Zusammenarbeit mit einer externen Unternehmensberatung entwickelt.

Heute bildet Robert Rasmussen, Facilitator der ersten Stunde, als Master Trainer der Association of Mastertrainers in einem einwöchigen Kurs Moderatoren aus und zertifiziert sie bei erfolgreichem Abschluss als „certified facilitator“. Es gibt von anderen Ausbildern auch kürzere Ausbildungen, und manche Geister scheiden sich an der Frage, ob es einen erforderlichen Mindestumfang an Ausbildung gibt.

systemicbrain Workshops haben immer mindestens einen von der Association of Master Trainers, idealerweise Robert Rasmussen persönlich, in der Originalmethode zertifizierten, erfahrenen Moderator als Lead-Coach.

Erfolgreiche LEGO SERIOUS PLAY Workshops erfordern einen erfahrenen systemischen Coach.

Für komplexere Fragestellungen bedarf es schon von Beginn an einer sorgfältigen Erarbeitung der vom Klienten gewünschten Zielrichtung. Eine systemische Ausbildung und Erfahrungen in der systemischen Arbeit mit Klienten tragen z.B. durch entsprechende Rollenklärung, Fragestellungen und nicht zuletzt eine sorgfältige Auftragsklärung zu einer gelingenden Vorbereitung und Durchführung von Workshops bei.

systemicbrain vereint die erweiterten Erfolgsfaktoren mit der Methode und Materialien von LEGO SERIOUS PLAY,

Wenn Sie sich ausführlicher für Workshops mit der original LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien interessieren, sprechen Sie mich gerne an.

Details zu LEGO SERIOUS PLAY finden Sie unter diesem Link. Der Autor ist durch die Association of Master Trainers von Robert Rasmussen zertifizierter LEGO SERIOUS PLAY Facilitator. Er arbeitet im Bereich „Hochbegabtencoaching“ mit Isabelle Lemiere zusammen, ansonsten mit Matthias Renner von Brickolution.

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Wie ist LEGO SERIOUS PLAY entstanden? https://systemicbrain.com/wie-ist-lego-serious-play-entstanden/ https://systemicbrain.com/wie-ist-lego-serious-play-entstanden/#respond Sun, 12 Sep 2021 05:26:43 +0000 https://systemicbrain.com/?p=256934

Die Wörter „LEGO®“ und „SERIOUS PLAY®„, die Minifigur und die Stein-/Knopfkonfiguration sind geschützte Handelsmarken der LEGO® Gruppe. Die LEGO® Gruppe ist keine autorisierende, sponsernde oder freigebende Instanz für diese Website (so wie für keinen Anbieter von Workshops mit LEGO® SERIOUS PLAY®Materialien und Methoden) sondern stellte das Know How sowie die speziellen Materialien allen Interessierten zur beliebigen Nutzung zur Verfügung.

Die zwei wesentlich für die Professionalisierung der ersten Ideen verantwortlichen, damaligen LEGO® Verantwortlichen sind heute in der Assiciation of Master Trainers organisiert; sie lehren und zertifizieren gemäss des ursprünglichen sowie von ihnen weiterentwickelten Methodenkörpers.

systemicPLAY® ist eine geschützte Untermarke von systemicbrain® und steht für Workshops oder Workshop-Elemente, bei denen Methoden und Materialien von LEGO® SERIOUS PLAY® eingesetzt werden. (systemicbrain® ist der Markenname, unter dem Dr. Johannes Rosenberger seine Dienstleistungen anbietet.) Neben diesen Materialien und Methoden, für Dr. Johannes Rosenberger vom Erfinder der Methode (über die Association of Master Trainers) zertifiziert wurde, werden während, aber auch vor und nach den Workshops incl. ggf. auftretendem Coachingbedarf professionelle, neurowissenschaftlich fundierte systemische Coaching Methoden eingebracht.
Weiterhin werden systemicPLAY®-Workshops immer durch hauptberufliche Profis geleitet, die neben der Zertifizierung durch die Association zusätzlich sowohl über umfassende Berufserfahrung als auch über eine umfassende Coaching-Ausbildung verfügen.

systemicPLAY® ergänzt 100% LEGO® SERIOUS PLAY® Materialien und Methoden mit dem „gewissen Extra“.

Wieso heisst es dann nicht gleich „LEGO SERIOUS PLAY Plus“?

Das liegt vor allem an den Nutzungs- und Lizenzbedingungen der LEGO® Group.

Zwar hat sie das Urheberrecht an der Methode unter einer „creative commons“ Lizenz mit klar definierten Bedingungen zur allgemeinen Nutzung freigegeben. Dies beinhaltet jedoch nicht den Umgang mit der Marke „LEGO®“ selber und ihren Derivaten. Als Inhaber einer der stärksten Marken weltweit liegt der LEGO® Group viel daran, Wert, Inhalt und Qualität zu schützen. Das kann sie nicht bei Dritten, die nicht unter der Kontrolle der Group sind. Niemand soll also unerlaubt den Eindruck erwecken, „LEGO“ zu sein, wenn das nicht so ist.

Jeder Nutzer der Marke „LEGO® SERIOUS PLAY®“ muss daher durch einen definierten Text klarstellen, dass zwar die Materialien und Methoden der LEGO® Gruppe genutzt werden, diese jedoch sonst nichts mit dem Anbieter zu tun hat. Gewissermassen: „ich zitiere zwar Goethe, bin aber nicht Goethe und Goethe weiss nicht, was ich tue“.

Nicht alle Anbieter von Workshops mit Materialien und Methoden von LEGO® SERIOUS PLAY® nehmen das so genau. systemicbrain® schon.Daher darf auch systemicbrain® nur unter dieser klaren Abgrenzung die Markenbegriffe nutzen.

Welche Rolle spielt die Zertifizierung?

Die Anzahl derer, die bei der Methodenentwicklung dabei waren, ist begrenzt. ursprünglichen

bis dahin nicht öffentliche Know-How unter einer an zwei Dingen: Erstens sind

ist eine Marke von wie systemicbrain® eine Marke von Dr. Johannes Rosenberger. die the Minifigure and the Brick and Knob configurations are trademarks of the LEGO Group, which does not sponsor, authorize or endorse this website. systemicbrain respects and aligns with the the LEGO® SERIOUS PLAY® trademark guidelines.neuro-systemische Veränderungsarbeit, bei der

Der nachfolgende Artikel gibt einen kurzen Überblick über die LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien. Andere Beiträge gehen tiefer ein auf den neuro-wissenschaftlichen Hintergrund und den Ablauf eines LEGO SERIOUS PLAY Workshops.

„Für manche ist es vorher nur ein moderierter Workshop, für die meisten danach eine ‚Flow-Maschine‘ und ein ‚3D Gedankendrucker'“

Dr. Rosenberger, systemicbrain

LEGO SERIOUS PLAY ist ein Katalysator, um Denkrillen und Alltagskognitionen zu überwinden.

Die LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien unterstützen Workshop Format v.a. für Teams. Die zu bearbeitenden Fragestellungen werden primär nicht verbal, sondern gestalterisch symbolhaft und räumlich repräsentiert bearbeitet. Dafür kann man andere Materialien benutzen, die LEGO Steine bieten allerdings gewisse Vorteile.

In einer von Flow getragenen Atmosphäre wird im Blick auf eine Fragestellung Schritt um Schritt die individuelle innere Welt der Teilnehmer tiefgründig exploriert, gestalterisch durch Symbole visualisierend und mehrdimensional zum Ausdruck gebracht und mit dem restlichen Team tiefgründig kommuniziert. Durch eine sich mehrfach wiederholende Abfolge bestimmter Schritte werden die Teilnehmer nach und nach durch komplexe Fragestellungen geführt. Themen, Inhalte und Ziele kommen aus dem Umfeld der Teilnehmer, z.B. aus deren Unternehmen. Ein ausgebildeter Moderator gewährleistet diesen Lösungsprozess, durch den das Team über eingefahrene Wege und über sich selbst hinauswächst.

Man kann Probleme nicht mit der selben Methode lösen, mit der sie entstanden sind.

Albert Einstein

Die LEGO SERIOUS PLAY Methode ist neurobiologisch fundiert und hoch wirksam für floskel-freie Kommunikation aller Teilnehmer, das Sprengen von nicht mehr hilfreichen Denk-Fesseln und unvoreingenommenes Erspielen von Neuem. Ein Hilfsmittel also zum Finden relevanter Zukunftsbilder und deren gemeinsame Vorbereitung durch alle im Team.

Konkrete Konflikte, Themen- oder Problemstellungen aller Art können auf unorthodoxe Weise tiefgründig und zielführend bearbeitet werden. Die LEGO SERIOUS PLAY Methode erzeugt als Nebeneffekt Teamintegration, Teamverständnis und Buy-In. Mehr über den Ablauf eines LEGO SERIOUS PLAY Workshops finden Sie hier.

LEGO SERIOUS PLAY METHODE Modell wird erklärt
Ein Teilnehmer zeigt seine Skulptur zum Thema „Albtraum Kollege“

Was kann LEGO SERIOUS PLAY

Die LEGO SERIOUS PLAY Methode schafft Thermik für das Gehirn: Ideen, Gedanken und Teams überfliegen Grenzen

Das moderierte Workshop-Format durchbricht neurobiologisch determinierte Fesseln des Gehirns. Dazu bedient es sich spielerisch in besonderem Maß erfahrungs-, motivations- und kreativitätsrelevanter Hirnareale. Diese liegen ausserhalb des Großhirns, jenseits der Kognition. Die nonverbale, symbolisch-metaphorische Gestaltungssprache dieser Hirnstrukturen ist in besonderer Weise kompatibel mit den analogen, bunten, abstrakten Bausteinen. Deren fast beliebige und stabile Kombinierbarkeit verführt zum Spiel und erzeugt dabei Flow. Flow öffnet Türen.

Motorisch willkürlich steuerbar und zugleich hoch sensibel: Die Hände aktivieren im Kreativen Prozesses viele Hirnareale. Diese aktivieren wiederum die Hände.

Mit Hilfe der LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien entsteht in angstfreiem Flow ein Denk-Raum, der zu Handlungs-Raum werden kann. Einmal erspielte Räume werden greifbar. Über-spielte Grenzen und Tabus werden durchlässig. Angstfrei Erspieltes wird konsensfähig.

LEGO SERIOUS PLAY erleichtert schwereloses, gedankliches Schweben und spielerisch kombinierendes Gestalten. Wertfreies Ausprobieren von Neuem. Bisherige Identität und Kultur werden achtsam um Innovatives und Vision erweitert. Zukunft wird ausgehend von der Gegenwart neu gedacht.
Individuen und Identitäten werden respektvoll abgeholt. Standpunkte werden eingenommen, verspürt und verstanden. Beiträge werden wertgeschätzt und integriert. Tragfähige Teams entstehen, in denen alle eine Stimme haben, und erzeugen tragfähige Lösungen.

Wo lassen sich die LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien nutzen?

Kennen Sie Meetings, in denen sich Leute zurücklehnen? Sich jemand nichts zu sagen traut? „Es“ schwebt im Raum, niemand spricht „es“ an? Kennen Sie, dass wieder und wieder die gleichen Antworten auf Herausforderungen und Fragen vorgebracht werden? Haben Sie erlebt, dass ganz unwillkürlich immer wieder immer mehr vom Gleichen passiert? Statt aus dem Referenzrahmen zu treten, neue Wege, Innovation und Zukunft zu erschließen.

Wenn es keinen Weg oder viele gibt, und die Kompetenz aller gefragt ist.

Workshops auf Basis der LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien sind das Format der Wahl, wenn es bei wirklich relevanten Themen, Sackgassen, Problemen oder Konflikte keine naheliegende Antwort gibt, oder zu viele davon. Und wenn die betroffenen Menschen bei der Lösungsfindung mitkommen sollen.

Wenn es darauf ankommt, dass die Lösung von den Menschen getragen wird.

Wenn Sie bereits verstanden haben, dass die Königsdisziplin von Führung die Kompetenzen des Teams frei setzt und nicht übersteuert, dann helfen Ihnen Workshops basierend auf der LEGO SERIOUS PLAY Methode, wirklich alle Stimmen zu hören und so zu integrieren, dass eine solide Basis für Innovation, Buy-In und Umsetzung entsteht.

Eine Landschaft erstellt mit LEGO SERIOUS PLAY Materialien
Eine Landschaft erstellt mit LEGO SERIOUS PLAY Materialien

LEGO SERIOUS PLAY Workshops öffnen Menschen, Herzen, Gehirne und den Mund. Nicht der kleinste Nenner, sondern das größte gemeinsame Vielfache wird aktiviert.

Flow, Spiel im respektvollen, angstfreien Raum, ein Feld schaffen für agile learning und rapid prototyping von Strategien, Visionen und Lösungen.
Typische Einsatzgebiete sind neben jeder Art individueller Herausforderungen insbesondere z.B.

  • Teamkonflikte (Spannungen, Guiding Principles, Teambuilding)
  • Coaching settings (z.B. berufliche Zukunft, Veränderungswünsche, diffuse Unzufriedenheiten)
  • M&A Fragestellungen (z.B. Target Priorisierung, Synergiepotentiale)
  • PMI (z.B. Teamintegration, Strukturoptimierung, Kulturintegration)
  • Ideenfindung (z.B. Mitarbeiter- bzw. Kundenbedürfnisse, Buying-Personas, Problemanalysen)
  • Rapid Prototyping
  • Innovationsarbeit
  • Theorie U Vorgehensmodelle (der LEGO SERIOUS PLAY Prozess bildet in der vollen Ausprägung alle Phasen von Seeing und Sensing über Presenting und Crystallizing ab und führt bis zur Vorbereitung des Prototyping Designs) und Design Thinking
  • Zukunftsbilder, Leitbilder, Visionen, Strategiearbeit
  • Change Projekte (Change Design)
  • Analysen aller Art (basierend auf KnowHow der Mitarbeiter)

Wo nutze ich die LEGO SERIOUS PLAY Methode besser nicht?

Wenn man die LEGO SERIOUS PLAY „Pferdchen laufen lässt“, entstehen selbstbewusste Teams und deren authentische Lösungen. Daher ist die Methode nicht geeignet, um vorgegebene Entscheidungen zu verabreichen oder zu „untermauern“. Es würde wohl auch nicht funktionieren, da die Teilnehmer den Betrug entweder seismographisch wittern, oder sich danach umso mehr „betrogen“ fühlen würden.

Vielversprechend kann die LEGO SERIOUS PLAY Methode nur eingesetzt werden, wenn die Lösungskompetenz im Team „auf Sendung“ geschaltet werden soll.

systemicbrain nutzt die original
LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien

Die LEGO SERIOUS PLAY Methode bietet gewissermassen eine „Grammatik“ für ein hochwirksames Workshop Format. Diese Methode wurde von LEGO der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

Jeder kann sie anwenden. Eine Schere macht aber noch keinen Friseur, ein Grammatikbuch noch keinen Redner.
Für die erfolgreiche Anwendung der Methode sind neben der Methode und den LEGO SYSTEMIC PLAY Bausteinen, die auch jeder erwerben kann, wenigstens zwei weitere Aspekte von besonderer Bedeutung.

Erfolgreiche Workshops mit der LEGO SERIOUS PLAY Methode erfordern einen sorgfältig ausgebildeten Moderator.

Am besten lernt man die Grammatik vom Erfinder. Die LEGO SERIOUS PLAY Methode wurde vor der allgemeinen Freigabe von LEGO, namentlich Robert Rasmussen, in Zusammenarbeit mit einer externen Unternehmensberatung entwickelt.

Heute bildet Robert Rasmussen, Facilitator der ersten Stunde, als Master Trainer der Association of Mastertrainers in einem einwöchigen Kurs Moderatoren aus und zertifiziert sie bei erfolgreichem Abschluss als „certified facilitator“. Es gibt von anderen Ausbildern auch kürzere Ausbildungen, und manche Geister scheiden sich an der Frage, ob es einen erforderlichen Mindestumfang an Ausbildung gibt.

systemicbrain Workshops haben immer mindestens einen von der Association of Master Trainers, idealerweise Robert Rasmussen persönlich, in der Originalmethode zertifizierten, erfahrenen Moderator als Lead-Coach.

Erfolgreiche LEGO SERIOUS PLAY Workshops erfordern einen erfahrenen systemischen Coach.

Für komplexere Fragestellungen bedarf es schon von Beginn an einer sorgfältigen Erarbeitung der vom Klienten gewünschten Zielrichtung. Eine systemische Ausbildung und Erfahrungen in der systemischen Arbeit mit Klienten tragen z.B. durch entsprechende Rollenklärung, Fragestellungen und nicht zuletzt eine sorgfältige Auftragsklärung zu einer gelingenden Vorbereitung und Durchführung von Workshops bei.

systemicbrain vereint die erweiterten Erfolgsfaktoren mit der Methode und Materialien von LEGO SERIOUS PLAY,

Wenn Sie sich ausführlicher für Workshops mit der original LEGO SERIOUS PLAY Methode und Materialien interessieren, sprechen Sie mich gerne an.

Details zu LEGO SERIOUS PLAY finden Sie unter diesem Link. Der Autor ist durch die Association of Master Trainers von Robert Rasmussen zertifizierter LEGO SERIOUS PLAY Facilitator. Er arbeitet im Bereich „Hochbegabtencoaching“ mit Isabelle Lemiere zusammen.

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Coaching und Beratung: 3 Unterschiede die Sie kennen sollten https://systemicbrain.com/coaching-und-beratung-3-unterschiede/ https://systemicbrain.com/coaching-und-beratung-3-unterschiede/#respond Thu, 09 Sep 2021 20:56:25 +0000 https://systemicbrain.com/?p=256792

Es gibt gelegentlich eine gewisse Verwirrung bezüglich der Begriffe Coaching und Beratung. Manche Autoren sehen fundamentale Unterschiede. Sind diese nur akademisch? Mit einem kleinen Trick kann man Sach-Probleme komplex machen.

Wesentlicher Unterschied zwischen Coaching und Beratung? Die Aufgabenstellung und der dazu passende Lösungsweg. Einfache und komplizierte Probleme sind häufig „Sachthemen“ und durch definierte, oft reproduzierbare Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Geeignete Kognition und Expertise führt zur Lösung. Bei Beratung geht es um Expertise.
Komplex werden Probleme, wenn Menschen, d.h. „psycho-soziale Systeme“ involviert sind. Coaching bietet durch Intuition Vorgehensweisen, welche mit den Eigenheiten solcher Systeme „spielen“ und ihnen dabei selbst die Lösungen „entlocken“.

Als ich über die Antwort zu dieser Frage „Unterschiede von Coaching und Beratung“nachdachte, erhoffte ich mir Hilfe durch Bilder zum jeweiligen Thema. Interessanterweise sehen diese aber häufig gleich aus, unterscheiden sich nur durch Text. Was hat das zu bedeuten?

Es geht bei Coaching und Beratung immer um Transformation

Coaching und Beratung oder Mischformen davon (das nennen manche dann „Komplementärberatung“) kommt immer dann ins Spiel, wenn Veränderungen, Transformationen im Raum stehen. Transformation wird benötigt, wenn es „so“ nicht mehr weiter gehen soll. Vielleicht sind daher die metaphorischen Bilder immer sehr ähnlich? Weil sie immer von Transformation handeln?

Die unterschiedlichen Problemtypen brauchen spezifische Lösungen

Probleme kann man als Soll-Ist-Diskrepanz beschreiben.

Einerseits gibt es sachbezogene Soll-Ist-Diskrepanzen. Sie sind gekennzeichnet durch kausale Abhängigkeiten, also Ursache-Wirkung-Logik. Logik, Kognition, Expertise ist das Stichwort. Mit der jeweiligen „Schwere“ des Problems angepasster Expertise lässt sich das lösen.

Andererseits gibt es psycho-soziale Soll-Ist-Diskrepanzen. Man kann sie nicht auf eine „lösbare Ursache“ zurückführen. Insbesondere deswegen, weil Menschen beteiligt sind und jeder Mensch eine unterschiedliche Sichtweise auf das Thema hat. Und selbst jedes Individuum gleichzeitig mehrere Sichtweisen hat. Dies zeigt sich im Wort „eigentlich“. „Eigentlich wäre das ganz einfach (wäre da nicht meine Mutter…)“. Sie sind also gekennzeichnet durch Menschen und deren dynamisch und komplex miteinander vernetzten Zusammenhänge. Veränderung von Blickwinkeln, Horizonterweiterung, Neubewertungen etc. können solche Themen lösen.

Ein böser Trick verwandelt Sachprobleme in komplexe Probleme

Es braucht nicht viel, um selbst aus einem einfachen Sachproblem ein komplexes Problem zu machen.

Denken Sie an eine einfache Rechenaufgabe. Nehmen wir „Um wie viel müssen Sie den Kaufpreis reduzieren, damit er für Sie wie ‚ohne Mehrwertsteuer‘ ist?“ Keine schwere Aufgabe. um 1:1,19%. Ein bisschen Mathematik, ein bisschen Expertise also, und fertig. Sachproblem.

Aber was ist, wenn Ihnen diese Frage im Rampenlicht vor laufenden Fernsehkameras gestellt wird?

Versagen Sie, lachen alle. Oder auch nicht, aber Sie machen sich Vorwürfe, zweifeln an sich selber. Menschen sind im Spiel, Bewertungen, Beziehungen. Das anfangs einfache Sach-Problem wird komplex.

Beratung stellt Expertise bereit

Bei Beratung geht es um die Lösung von Sachproblemen. Experten, die viel können oder viel kennen, bringen ihre Sicht der Dinge und ihre Lösungsvorschläge ein. Wenn Menschen beteiligt sind, ist das allerdings niemals die „ganze Miete“. Denn die Umsetzung, die Realisierung der Lösung betrifft am Ende dann wieder Menschen. Es wird komplex. Jemand muss damit umgehen. Oft geschieht das kaum merklich, wenn etwa ein mittelständischer Geschäftsführer den Expertenvorschlag („so machen wir die neue Telefonanlage“) dann selber umsetzt, die Mitarbeiter selber „an Bord holt“.

Coaching handelt von den Wirkungen auf Menschen

Im Coaching werden typischerweise komplexe Probleme, das heisst solche im Kontext von Menschen, ihren Beziehungen und ihrer Weltsicht. Die Art und Weise, wie das Gehirn Wirklichkeit subjektiv organisiert, Wertungen gestaltet, in der Vergangenheit lebt usw. spielt hier eine große Rolle (mehr dazu hier).

Da in diesen Kontexten kein Aussenstehender eine Lösung „wissen“ kann, wird der Coach gemeinsam mit dem/den Betroffenen Lösungen im Innen suchen. Lösungen, die durch neue Bewertungen, neue Blickwinkel, neue Wege etc. gestaltet werden können. Dies kann für ein Individuum sein, oder für eine Gruppe.

Beispielsweise ist systemicPLAY® mit Methoden und Materialien von LEGO® SERIOUS PLAY® (siehe hier) eine tolles Werkzeug, um in ganzen Gruppen Potentiale zu finden und Veränderungen zu gestalten.

Coaching und Beratung: Das Etiket verändert den Wein nicht

Es spielt in der Praxis keine Rolle, ob sich eine geeignete Methode „Coaching“ oder „Beratung“ oder anders nennt. Das „Etikett“ verändert den Wein nicht. Wichtig ist, dass Sie ein Verständnis davon bekommen, welche Art von Problem sie vor sich haben, und welche Vorgehensweise zielführend ist.

Coaching ohne Beratung geht. Umgekehrt nicht.

„Das tollste Hotel nützt nichts, wenn der Mensch darin Kummer hat“. Will sagen: Die tollste Sach-Lösung hilft nichts, wenn sie die (sonstigen) Themen und Beziehungen des Menschen nicht „abholt“.

Allerdings kann (um beim Hotel-Beispiel zu bleiben) eine mäßige Jugendherberge durchaus ein „Volltreffer“ sein, wenn sie aus dem Blickwinkel der Nutzer den Zweck erfüllt.

Wer nicht will, findet Gründe. Wer will, findet einen Weg.

Beratung liefert Ihnen Argumente. Beispiel: „Die Software ist jetzt optimiert“. Der Mensch, der sie nicht nutzen will, findet dennoch Argumente dagegen. (siehe: Kann man Software coachen)

Coaching erzielt Perspektiven, Ziele, Sinn. Dann findet sich immer ein Weg. Beim obigen Beispiel der Software wäre dann das zugehörige Argument „das ist zwar jetzt nicht so super implementiert, aber das ist nicht schlimm, weil wir es dennoch hinbekommen werden“. (Siehe Vortrag: Kann man Software coachen)

Wenn Sie Interesse an Coaching oder an coachender Beratung haben, nehmen Sie gerne Kontakt auf.

Der Autor wurde von Dr. Gunther Schmidt am MEIHEI in hypno-systemischem Coaching ausgebildet. Er hat einen Mastertitel in Coaching und Organisationsentwicklung vom Institut für angewandte Psychologie an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften.

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Kann man Software coachen? https://systemicbrain.com/kann-man-software-coachen/ https://systemicbrain.com/kann-man-software-coachen/#respond Thu, 09 Sep 2021 20:48:12 +0000 https://systemicbrain.com/?p=256859

Üblicherweise werden für große Softwareprojekte mit gigantischem Aufwand Pflichtenhefte geschrieben. Beunruhigenderweise lässt sich damit kaum der Sachanteil eines solch komplexen Unterfangens bewältigen. Durch Granularität und Details kann niemals der zirkuläre Anteil an der Lösung ersetzt werden. Dieser Artikel gibt den Vortrag wieder, der vom Autor auf einem Usertreffen für Krankenhausinformationssysteme gehalten wurde. Der Artikel steht auch als Download und Video zur Verfügung.

Erfolg in einem IT Projekt lässt sich coachen. Denn der Coaching Mindset arbeitet mit den Ressourcen der Beteiligten, findet mit ihnen erstrebenswerte Zukunftsbilder und setzt bereits vorhandene Kompetenzen frei. Mit ihnen können flexibel und dynamisch Wege in die angestrebte Zukunft gefunden und gestaltet werden. Durch das entstehende vertrauen können Komplexitäten und Unsicherheiten eines Softwareprojektes überwunden werden. Konzentrieren wir also die Aufmerksamkeit auf gemeinsame Ziele, dann finden sich Wege für etwaige Lücken. So werden Sie an einem Ort ankommen, an dem Sie auch mit den Software-Systemen zufrieden sind.
Gerne stehe ich Ihnen unterstützend zur Verfügung. (Hier können Sie Kontakt aufnehmen.)

Vielen herzlichen Dank für die Einladung und danke für die freundliche Vorstellung.

Ich bin Arzt und habe einige Jahre in der Chirurgie gearbeitet, bevor mich in den späten neunziger Jahren die Digitalisierung im Gesundheitswesen zunächst in die

  • Krankenhausverwaltung und Medizinische Informatik,
  • dann Unternehmensberatung für Kliniken und Krankenversicherungen
  • und dann in die Medizintechnikindustrie geführt hat.

Ich erinnere mich an mein erstes Projekt im Kantonsspital St. Gallen , als es ca. 1995 im KSSG um die Einführung einer Medizinischen Basisdokumentation ging … Viele Jahre hat sich mein berufliches Leben um Workflows, Patientenakten, PDMS, KIS & Co gedreht.

Zwischenzeitlich arbeite ich mit Fokus auf den Menschen in meiner eigenen Firma systemicbrain im Bereich Coaching, Business Coaching und Organisationsentwicklung.

Der Impuls zu diesem Vortrag kam aus der Frage, wie ich aus heutiger Sicht, inzwischen auch Master für Coaching und Organisationsentwicklung, auf das Krankenhaussoftware-Business schaue.

Und so entstand der Arbeitstitel

Das perfekte Krankenhausinformationssystem aus neurowissenschaftlicher Sicht

Dieser Titel hat den Untertitel: „Kann man Software coachen?“

Computer beim Psychiater
Der Computer mit seiner Software beim Coaching

Die Entscheidung für ein umfangreiches Softwaresystem ist immer gekennzeichnet durch

  • (zu) wenig und unvollständige Information
  • (zu) hohe Unsicherheit in eigentlich allen Bereichen (Technik, Prozessoren, Betriebssystem, Virtualisierung, Infrastuktur, Bandbreite, Performance, Security …

und da sind erforderliche Features und Funktionen der eigentlichen Anwendung noch nicht bedacht …

nie ist genug Zeit da nie stehen genug Ressourcen zur Verfügung immer erzählen Anbieter, mit ihrem System wären alle Probleme gelöst. … Die Liste lässt sich beliebig erweitern, und Lust auf etwas Neues haben die Meisten ohnehin nicht. Jeder kennt Geschichten vom Scheitern…

Das Gehirn kann hohe Komplexität nicht gut handhaben.

Das Gehirn kann derartige Komplexität ohnehin nicht handhaben. Es ist dafür nicht gemacht.

Astronaut
Astronaut mit Erde im Hintergrund

„Moment“ höre ich Sie denken. Unser Gehirn hat uns zum Mond fliegen lassen. Das Stimmt. Aber so viel Ressourcen wie die NASA haben Sie nicht. Und so viel Zeit auch nicht.

Im Übrigen kann das Großhirn Komplexität besser handhaben, wenn es nur „committed“, aber nicht „involved“ ist.

Was bedeutet das ?

Der BERATER , der sie begleitet, ist committed .

Er gibt Ihnen gute Tips, geht mit Ihnen den Weg. Den (aus seiner Sicht) hoffentlich langen Weg. Die Komplexität nützt ihm, denn er verdient durch sie sein Geld.

Bombe entschärfen
Eine Bombe ist zu entschärfen

Er ist wie der der Bomben-Entschärfungs-Experte, der per Telefon (!) aus der Ferne also sagt, wie es geht.

Der Krankenhausleiter ist involved .

Er ist wie der Entschärfer vor Ort, der besser den richtigen Draht durchschneiden sollte. Wehe ihm, wenn er den falschen erwischt….

Ein IT Projekt kann einem auf verschiedene Weisen den Hals brechen

Denn die Komplexität ist enorm. Was macht das Gehirn mit derart überwältigender Komplexität?

Vereinfachen. Risiken ausblenden oder delegieren. Und damit Sicherheit suggerieren.

Man sollte alles vereinfachen so weit wie möglich. Aber nicht darüber hinaus!

Albert Einstein

(Und er hatte nur mit „toter Materie“ zu tun.)

Hinter unzulässiger Komplexitätsreduktion lauert eine Fallgrube

Wieso? Wenn wir uns logisch-kognitiv auf Komplexität einlassen (Anmerkung: mehr zum Thema „komplexe Probleme“ finden Sie hier), und damit den Komfortbereich verlassen müssen, dann neigt unser Großhirn zu Schwarz-Weiss-Denken, zu „alles oder nichts“, „ganz oder gar nicht“.

Wir begegnen Komplexität mit Granularität

Also wird der Komplexität begegnet mit Feature-Funktion Listen, Ausschreibungs-Enzyklopädien und langen Analysen. Jede Partei möchte „Klarheit“, „Komplexitätsreduktion“, und so weit wie möglich den Komfortbereich erhalten.

Die Vertragswerke können dabei mal schnell in sich wiederum so kompliziert und komplex werden, dass nun weder Kunde noch Lieferant sich wirklich noch zurecht finden.

Erschwerend kommt übrigens hinzu, dass wir als Ausdrucksmedium für das, was gewünscht wird, nur die Sprache haben. Sprache, die aus Worten, Grammatik und mono-kausaler, also schwarz-weisser- Logik besteht.

Sprache kann nur schwer abbilden, was wir eigentlich meinen

Und damit ist vorprogrammiert, was nach Abschluss eines Software-Projektes kommt (wenn es denn jemals abgeschlossen wird):

Selbst wenn das System dann den Pflichtenkatalog erfüllt, zum Beispiel die geforderte Antwortzeit von soundsoviel Sekunden aufweist, dann kommt mit großen Augen der Satz:

„Das haben wir uns aber anders vorgestellt…“

Können also Softwareprojekte eigentlich nur scheitern?

Um hier einen Schritt weiter zu kommen, ist es hilfreich einmal darauf zu schauen, warum das alles so ist.

Als Homo Sapiens sind wir Teil einer großen Familie von Verwandten. Wir Sapiens unterscheiden uns dabei insbesondere von den anderen Homini durch die Entwicklung des spezifischen neuronalen Systems.

Dabei ist im Blick auf die bis heute 100 mio. Jahre dauernde der Differenzierung der Spezies der Ausreifung des Großhirns, mit dem wir Pflichtenhefte schreiben, nur recht wenig Zeit vorbehalten.

unsere kognitive Kompetenz ist jung (1)
Unsere kognitive „Homo-Sapiens“-Kompetenz ist sehr jung (1)

Das kann man sich im Verhältnis vorstellen wie 4 km. im Vergleich zum Erdumfang.

unsere kognitive Kompetenz ist jung (2)
Unsere kognitive Kompetenz ist so jung wie eine Stunde im Vergleich zum Jahr.

Das heißt wenn Sie mit dem Flugzeug einmal um die Erde fliegen und dann nach dem Touchdown auf der Landebahn bis zum Aussteigen etwas entwicklen.

Oder wie wenn Sie ein Jahr schlafen und dann in der Stunde vor Silvester etwas entwickeln sollen.

Wir sind zu Recht stolz auf die im Vergleich gesprochen „letzte Stunde“ des Jahres auf die „4 km der Landebahn“ Hier entstand, was unsere Spezies auszeichnet:

Kognitives, logisches und kausales Denken proaktives Planen Konzepte Mythen, Werte, Soziale Regeln

Aber unsere Herkunft begleitet uns. Wenn wir mit unseren Verwandten vergleichen, dann teilen wir
ein mehr oder weniger ähnliches „Basishirn“ (hier rot markiert) und unterschieden uns v.a. im Groß- bzw. Kognitionshirn (hier grün markiert)

Der Mensch hat gewissermaßen drei Gehirne
Der Mensch hat gewissermaßen drei Gehirne
  • In rot, das Stammhirn. Das Reptilienhirn, ein Instinktsystem mit archaischen Reaktionen wie Flucht, Angriff, Totstellen.
  • In Rot auch das Mittelhirn: Das Säugetiergehirn, ein fühlendes, körpernahes System.
  • In grün, das Großhirn. das Sapiens-gehirn, ein logisches, numerisches, grammatikalisches, lineares System

Das Grünhirn des Sapiens tanzt also gewissermassen auf der Bühne des Rothirnes.

Das Rothirn ist sehr alt, ausgereift, hoch integriert und schnell spricht mit Bildern und Gefühlen, bezieht den Körper mit ein. Prozessorleistung: Sehr schnell.
Sie kennen das: In Sekundenbruchteilen wissen Sie, ob Sie jemanden mögen. Oder ob Ihnen ein Auto gefällt. Das rote Hirn entscheidet blitzschnell was wir wollen, und was nicht was geht, und was nicht was gut ist, und was nicht

Die modernen Neurowissenschaften lehren: Hier (!) werden Entscheidungen getroffen.

Ich nenne des „den CEO“

Das Grünhirn, unser Großhirn also, ist sehr jung (sie erinnern sich: Landebahn), komplex, langsam. Spricht in Grammatik, Logik, Zahlen, Worten, Semantik. Prozessorleistung: Niedrig

Hier werden die Geschichten, die Begründungen zu unseren Entscheidungen erfunden. Das grüne Hirn findet die (sozial und kulturell) passenden Beschreibungen, den sozial kompatiblem Ausdruck.

Beispiel: „Die Jacke war 50% reduziert“ (sagt die Presseabteilung. Der „CEO“ sagte: „Ich will sie haben, darin sehe ich sexy aus“).

Das nervöse Reptilienhirn schaltet das Grünhirn ab.

Wenn das Reptilienhirn nervös wird, dann schaltet es das Grünhirn zur Not einfach ab. Wer hat nicht im Stress schonmal das Rechnen verlernt, die Telefonnummer oder den Namen des Chefarztes vergessen … ?

Geldstücke auf einem Kartenhaus.
Nervöse Kultur des zerlegt Implementierungsprojekte

„Culture eats Strategy for Lunch“.

Culture ist nämlich „rothirnig“, Strategy ist „grünhirnig“.

Wenn die unteren, roten Ebenen nicht tragen, dann tragen die wertvollsten Erklärungen, Begründungen und Pflichtenhefte auch nicht.

Das ist der letzte Stand der Neurowissenschaften.

Das perfekte Informationssystem?

It depends …

Ganz klar hängt das von spezifischen Umständen des jeweiligen Projektes ab.

Wer jedoch meint, dass man diese mit Features und Functions hinreichend umschreiben kann, der steuert auf ein Titanic Erlebnis zu:

Der Eisberg ist unter der Wasserlinie nämlich sehr viel größer als oben. Erheblich.

Sie alle wissen, dass ein KIS Projekt jenseits der Prospekte und Pflichtenhefte größer ist als diesseits.
Erheblich.

Die spezifischen Umstände fangen dort an, wo die spezifischen Menschen sind. Mit ihren jeweiligen
unausgesprochenen, oder von der grünen Presseabteilung elegant getarnten „rothirnigen“ Bedürfnissen, Erwartungen, Ängsten, Sorgen und Wünschen.

Die erste Frage muss also nicht lauten „was muss das KIS können“, sondern

Die Frage lautet: „Wie soll unsere zukünftige Wirklichkeit aussehen?“

  • „wodurch bedient sie fundamentale Bedürfnisse bzgl. Sicherheit, Gemeinschaft, Orientierung, Wirksamkeit, Zugehörigkeit etc.?“.

Über den Fragen

  • „in welcher (subjektiven) Wirklichkeit sind wir, bin ich heute? und
  • welche „sachlichen“ Probleme bestehen, (und für wen),
  • und warum sollten diese bebeseitigt werden, (und für wen)

zeigt sich, welcher Zukunftsraum denkbar und wünschenswert ist.

Für beide Seiten. Kunde UND Lieferant.

Aber Zukunftsraum, v.a. wenn er anders ist, macht auch Angst.

Dieser Angst lässt sich begegnen, wenn Menschen in einem schöpferischen Flow mitgenommen werden. Flow entsteht, wenn mit den Anforderungen auch die Kompetenzen zunehmen. Sonst entsteht Langeweile oder Angst.

Die Frage, wohin soll es gehen ist eine sehr kreative, denn sie beschreibt gewissermassen Phantasie: die gewünschte Zukunfts-Wirklichkeit.

Die nächste Frage, nämlich wie man dorthin kommen könnte, kann nun entweder von außen beantwortet
(bzw. von einer machtstruktur „angeordnet“) werden (das erzeugt Angst, Abwehr Widerstand) oder durch Beiträge aus dem Ressourcen- und Kompetenzfeld aller Beteiligten erarbeitet werden.

Bild eines LEGO-Serious-Play-Workshops
Workshop zur Erarbeitung der gewünschten Zukunft

Das Spannende dabei ist: Während dies passiert, während also die normalerweise beängstigend veränderte Zukunft erarbeitet wird, erleben die Beteiligten Zugehörigkeit, Wirksamkeit, Aufmerksamkeit, Sicherheit im Spiel. Alles Grundbedürfnisse. Alles genau die Zutaten, bei denen unser Reptilienhirn, die Dinosaurier sozusagen, auf dem Rücken liegen und schmatzend schnurren,

Grundbedürfnisse sind rothirnige Bedürfnisse.

Werden diese bedient können die vollen PS des Grünhirns aller Beteiligten zur Geltung kommen. In diesen Rahmenbedingungen kann Kreativität aufleben. Auf Basis solcher gemeinsamer Arbeit und Erfahrungen entsteht auch zwischen Lieferanten und Kunden eine gemeinsam entwickelte „rothirnige“ Zukunftsvision.

Gemeinsam wird dann erarbeitet, woran die Zielerreichung erkennbar ist. Dafür kann trotz der verbalen Begrenztheit von Pflichtenheften ein sprachlicher Rahmen gefasst werden. Der Aufmerksamkeitsfokus und damit die neuronale Energie richtet auf ein gemeinsames Ziel.

Die neuronale Energie geht auf ein gemeinsames Ziel

Pannen auf dem Weg sind dann nicht Ausdruck von Risiko. Risiko weckt immer die archaischen Reptilien-Reaktionen. Pannen werden auch nicht als „grünhirniges Pressematerial“ gegen das Projekt missbraucht, sondern sie bieten während ihrer Bewältigung eine Gelegenheit für erneutes rothirniges Gemeinschaftserleben, Verbindlichkeit, Wirksamkeit, Zugehörigkeit, Problemlösungskompetenz.

Auf einmal werden Pannen absurderweise zu Chancen, weil durch sie die Grundbedürfnisse der Beteiligten bedient werden können.

Psychodynamisch gilt: Energy flows, where attention goes

Konzentrieren wir also die Aufmerksamkeit auf gemeinsame Ziele, dann fügt sich der Rest hinein.

Konzentrieren wir die Aufmerksamkeit auf Pflichtenhefte, dann wird deren Erfüllung überprüft.

Konzentrieren wir die Aufmerksamkeit auf die Durchsetzung von Alleingängen der Leitung, dann wird
die Aufmerksamkeit und Energie der davon Betroffenen sich auch fokussieren: Wirksamkeit zeigt sich aber dann in wirksamen Gegenwind. Auch das ist dann Erfüllung von Grundbedürfnissen, aber in der Gegenrichtung. Im Sinne des Projektes destruktiv: auf Wirksamkeit und Gemeinschaftserleben im Erzeugen von Widerstand. Das ist natürlich stets gut verpackt in geschliffene Argumente der grünhirnigen Presseabteilung.

Zusammenfassend kann man aus neurobiologischer Sicht konstatieren:

Erfolg in einem IT Projekt lässt sich coachen.

Denn der Coaching Mindset arbeitet mit den Ressourcen der Beteiligten, findet mit ihnen erstrebenswerte Zukunftsbilder und setzt bereits vorhandene Kompetenzen frei. Mit ihnen können flexibel und dynamisch Wege in die angestrebte Zukunft gefunden und gestaltet werden.

Oder wie eine bekannte Redensart sagt:

Wenn du ein Schiff bauen willst, dann erkläre nicht, wie man einen Nagel einschlägt, sondern
wecke ein erstrebenswertes Bild einer gemeinsamen Zukunft.

Diese Bilder kann man schwerlich in Menschen hinein stecken. Sie sind individuell in den Menschen
und wollen geweckt, herausgelockt werden.

Wenn Sie auf dem Weg in eine digitale Zukunft kontinuierlich mit den Menschen an Bord diese Kultur proben, einüben und leben, dann haben Sie beste Voraussetzungen geschaffen, jede Etappe auf dem Weg zu meistern.

Und Sie werden an einem Ort ankommen, an dem Sie auch mit den Software-Systemen zufrieden sind.

Hängematte
Das Ziel der Arbeit: Hängematte

Vielen Dank.

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Wie läuft neuro-systemisches Coaching ab? https://systemicbrain.com/wie-laeuft-so-ein-neuro-systemisches-coaching-ab/ https://systemicbrain.com/wie-laeuft-so-ein-neuro-systemisches-coaching-ab/#respond Wed, 08 Sep 2021 20:25:15 +0000 https://systemicbrain.com/?p=256786

Der nachfolgende Artikel beschreibt beispielhaft, wie neuro-systemisches Coaching ablaufen könnte.
Dazu werden kurz die einzelnen Begriffe geklärt, bevor es um den möglichen Ablauf der gemeinsamen Arbeit geht.

Ich verwende im Sinne der einfacheren Lesbarkeit die männlichen oder weiblichen Anrede, immer sind aber alle Orientierungen gemeint.

Neuro-systemisches Coaching nutzt neurobiologische Grundlagen der Gehirnfunktion in Bezug auf Wahrnehmungs- und Verhaltenssteuerung und bezieht diese bei der Lösungsfindung konsequent mit ein. Dadurch wird nicht nur der logische Verstand genutzt, sondern insbesondere auch individuelle Verhaltensimpulse, Gefühle und Bedürfnisse. „Probleme“ sehen wir dabei als wertvolle Hinweise für die individuellen Lösungsbedürfnisse. In der systemischen Arbeit geht es jenseits von simplen „Ursache-Wirkung“-Konzepten um die komplexen innerlichen und äußerlichen Zusammenhänge von Situationen, Kontexten, Beziehungen, Menschen. Denn zieldienliche Lösungen sind immer kontextbezogen.

Was passiert beim Coaching?

Coaching ist das lösungsorientierte gemeinsame Arbeiten an Themen.
Aus anfänglicher Sicht des Klienten sind dies i.d.R. problembehaftete Themen, oder es geht präventiv um Problemvermeidung. (Mehr zur Einteilung von Problemen hier).
Beim Coaching haben Coach und Klient jeweils spezifische Rollen:

Der Coach bringt die zieldienliche Ablaufgestaltung (Prozessgestaltung) im Blick auf die vom Klienten vorgegebene Themenstellung. Dazu gehört auch das Eruieren, was überhaupt die Themenstellung und gewünschte Zielrichtung ist. Wenn beispielsweise das Gefühl „so geht es nicht weiter“ oder „jetzt muss endlich etwas geschehen“ im Vordergrund steht, so ist damit nicht automatisch klar, wohin es stattdessen gehen soll.

Der Klient / die Klientin bekommt metaphorisch Bälle vom Coach zugeworfen und spielt diese immer wieder zurück. Konkret bedeutet dies, sie lässt sich auf diese Interventionen ein. Die Interventionen regen Denk- und Suchprozesse an. Nach und nach entstehen Lösungsszenarien.

Beim Coaching gibt es keine „richtige Lösung“, welche der Coach dann endlich mitteilt, wenn er das Problem genau genug verstanden hat. Es geht stattdessen immer um Lösungsbeiträge, „einzelne Schritte auf dem Weg“, welche die vom Klienten erlebte und geschilderte „Soll-Ist-Diskrepanz“ verringern. Und es geht darum, dass der Klient auch methodisch dazu lernt und nach und nach in die Lage kommt, Stolperstellen zu erkennen und zu umgehen.

Im Verlauf des Coachings wird dem Klienten also geholfen, selber die Lösungen zu finden. Dafür steht dem Coach ein Repertoire von Methoden – hier oft „Intervention“ genannt – zur Verfügung.

Wann also Coaching?
Wenn es darum geht, dass sich etwas nicht gut anfühlt, oder Meinungen im Raum stehen, Lebensqualität oder Schlaf beeinträchtigt sind, Menschen und ihre Beziehungen sich verändern sollten, dann handelt es sich eher um Coaching-Themen. Übrigens wird hier auch oft von „Prozess-Beratung“ gesprochen.

Was ist (Experten)-Beratung?

Die spezifischen Rollen sind bei der Experten-Beratung anders. Weiterhin gibt es den Klienten, der sich mit seinem „Problem“ anvertraut. Im Gegensatz zum Coaching wird nun der Berater jedoch konkrete eigene Lösungsvorschläge (ggf. erarbeiten und) unterbreiten. Er hat hier die „Expertenrolle“ und wird nach bestem Wissen und Gewissen seinen Rat geben. Dies beinhaltet je nach Situation Einschätzungen, Informationen, Lösungsvorschläge, Bewertungen. Es beinhaltet jedoch nicht das Ergebnis, den Umsetzungserfolg.

Im Verlauf der Beratung wird dem Auftraggeber durch gezielte und konkrete Inputs und Expertise / Erfahrung geholfen, eine Lösung zu finden. Salopp gesagt findet der Klient beim Coaching die Lösung (in sich) selber, bei der Beratung im und durch den Berater. Dafür benötigt dieser ausreichend eigene Erfahrung und Expertise mit dem Thema, da er sonst nicht hilfreich dazu beitragen kann.

Wann also Beratung?
Wenn es darum geht, dass etwas nicht richtig oder nicht gut genug funktioniert, dass Abläufe ihre gewünschten Ergebnisse nicht erzielen, Dinge implementiert werden sollen (z.B. Buchhaltung) etc., dann geht es um Beratungsexpertise.

Gibt es auch Coaching und Beratung in einem?

Fach-Expertise, sowie Coaching für die Implementierung können aus einer Hand (oder sogar von einer Person) kommen. Insbesondere wenn der Coach über eigene Expertise im Sachthema verfügt, kann das in manchen Fällen sogar zu sehr effizienten und zugleich effektiven Lösungen führen.

Ich biete ich mich beispielsweise für Geschäftsführer und Manager bzw. Führungskräfte als Sparring-Partner an. (siehe hier). Dort bringe ich – je nach Fragestellung bzw. Phase – konkrete, erfahrungsbasierte Empfehlungen und Meinungen ein und helfe mit Coaching Methoden dem Klienten, diese Inputs für sich zu werten, zu würdigen und Relevantes herauszugreifen. Dabei weise ich immer auf die Subjektivität der Erfahrungen hin und zeige auch den Kontext, in dem diese entstanden sind.

Was bedeutet „neuro-systemisch“?

Das Nervensystem unser Gehirnes ist auf eine bestimmte Weise aufgebaut und organisiert (mehr hierzu finden Sie hier). So lehren die Neuro-Wissenschaften beispielsweise, dass unser Gehirn nicht „fest verdrahtet“ ist. Es reagiert auf die Art und Weise seiner Benutzung. Beispielsweise werden erlebte Reize, Kontexte und Emotionen als „Erlebnisnetzwerke“ wie „Dias“ in inneren Landkarten abgelegt und bevorzugt wieder aktiviert. Dadurch verändert sich je nach biografischer (und genetischer) Herkunft wiederum das neurologische Gesamtnetz. Wahrnehmung, Fühlen, Denken, Erinnern, Wertungen etc. verändern sich damit.

Nun hat unser Gehirn keine direkten Verbindungen nach aussen. Sämtliche Reize kommen als elektrische Impulse in den „Zentralcomputer“. Intensive Träume und Phantasien kommen zwar von „innen“, werden dort aber ebenso als elektrische Impulse verarbeitet.

Das läßt sich für die Coachingarbeit nutzen.

In besonderen Flow- bzw. Entspannungszuständen lassen sich „Wirklichkeiten ausprobieren“, und die dort z.B. gemachten Erfolgserlebnisse können ebenso vernetzt und abrufbar werden, als beruhten sie auf äußerlichen Kontexten. „Mentales Training“ fällt mir hier als ein Begriff ein, den man z.B. vom Leistungssport kennt. Es lassen sich jedoch auch Lösungen für Kliententhemen „mental trainieren“, bzw. bereits im Vorfeld aus den Tiefen des Vor-Bewußten aktivieren. So kann beispielsweise in diesem speziellen neurologischen Zustand in der Phantasie eine Prüfung bestanden werden. Als „Nebenwirkung“ wird das als Kompetenz- bzw. Bewältigungserlebnis gespeichert, obgleich dies im „Außen“, der „wirklichen Wirklichkeit“ noch garnicht so stattgefunden hat. Für die Aktivierung von „Prüfungskompetenz“ macht dies für die „echte“ Prüfung dennoch einen fundamentalen Unterschied.

An dieser Stelle möchte ich nur darauf hinweisen, dass es im neurologischen Sinne ohnehin keine „wirkliche“ im Gegensatz zu „eingebildeter“ Wirklichkeit gibt: Immer gibt es nur die im jeweiligen Augenblick im Gehirn erzeugte „Wirklichkeitsillusion“. Und die läßt sich gestalten.

Dies Arbeit an der kognitiven Logik vorbei , das Abschwächen automatisierter Filter und das öffnen von klischeehaften „Denkrillen“ ist ein wesentliches Element der neuro-systemischen Arbeit. (Mehr dazu finden Sie hier).

Letztlich dienen alle neuro-systemischen Methoden dazu, Grenzen des Denkens zu öffnen, Grenzen der Handlungsmöglichkeiten zu erweitern, Grenzen des Mutes zu überwinden um in eine zufriedenere Zukunft zu gehen.

Wie läuft eine neuro-systemische Coaching Sitzung ab?

Eine neuro-systemische Coaching Sitzung setzt neben anderen Coaching Methoden wegen der besonderen Wirksamkeit auch neuro-systemische Interventionen ein. Auch, nicht nur. Denn jeder verantwortungsvolle Coach wird die ihm im jeweiligen Augenblick zieldienlich erscheinenden Maßnahmen vorschlagen. Aber der Reihe nach. Nachfolgend beschreibe ich Ihnen ein übliches Vorgehen, das sich regelmäßig und nicht in strenger Reihenfolge über mehrere Sitzungen erstreckt. (Es kommt aber auch vor, dass schon nach dem Vorgespräch das Problem nicht mehr da ist.)

Elemente davon werden Sie mehr oder weniger in jeder Coaching-Arbeit finden.

Vorgespräch:

Meistens telefonisch, gelegentlich per Videokonferenz (ich setze derzeit Zoom ein) treffen wir uns zu einer z.B. per Website oder per Buchungslink verabredeten halben Stunde. Dabei können Sie Ihr Anliegen nennen und wir besprechen, ob mein „Methodenkoffer“ (und Terminkalender) geeignet sind, gemeinsam zu arbeiten.

Entscheiden wird das immer der Klient, und zwar basierend auf den Informationen des Gespräches, aber sicherlich auch anhand der „Schwingungen“ bzw. „Chemie“, die dabei spürbar wird.

Problem (was sollte anders sein?):

Es wird in der Anfangsphase Zeit sein, Ihr „Problem“ zu benennen. Ich halte das für wichtig, für wertschätzend. Sie haben es verdient, dass Sie „loswerden“ können, was Sie erlebt haben. Wobei „Loswerden“ hier genau genommen „rauslassen“ bedeutet. Denn los werden Sie das damit noch nicht. Aber Sie erleben, dass ich sie nicht auslache, Sie respektiere, ich Ihnen kein Versagen und keine Schwäche vorwerfe.

Wieso? Weil wir nur so den Wurzeln des Geschehens auf die Spur kommen. Deshalb werden wir uns zwar nicht in Schleifen des „Jammerns und Beklagens“ aufhalten. Dort, wo Sie der Schuh drückt, brauchen Sie aber etwas anderes als das, was Sie heute haben. Herausfinden können wir das leichter, wenn wir der Spur des Problems folgen. (Mehr über Probleme und ihre Lösungen finden Sie hier)

Probleme sind wertvolle Wegweiser für Bedürfnisse und Lösungen.

Und für das „darüber Reden“ muss immer auch eine beobachtende Perspektive eingenommen werden. Auch dies ist bereits ein Schritt auf dem Weg nach vorne.

Zielvorstellung

Es hilft nicht viel, zu eruieren, was in der Vergangenheit hätte anders laufen sollen. Ebensowenig können wir nicht die ganze Welt retten. Die einzige Person, auf die wir wirklich direkten Einfluß haben, sind Sie. Daher konzentriert sich in dieser Phase alles darauf, wie Ihre gewünschte Wirklichkeit aussehen soll. Oft ist jedoch nur bekannt, wie sie nicht aussehen soll. Aber was stattdessen? Das ist wichtig, weil nur ein „Wohin“ nachhaltig Kraft entfalten und Sinn stiften kann.

Nur ein „wohin“, ein Ziel, kann nachhaltig Kraft entfalten und Sinn stiften.

Es wird uns dabei nicht stören, wenn diese Vorstellung kontinuierlich nachjustiert werden muss. Es kann auch sein, dass zunächst bestimmte Prioritäten wichtig scheinen, und sich nach und nach tiefer liegende Themen und Ziele offenbaren. Daher werden wir immer wieder überprüfen, ob die aktuell benannten Ziele noch „gültig“ sind.

Kompetenzen entfalten 1: Sicherheit schaffen

Solange Sie sich bedroht fühlen oder Scheitern im Raum steht, werden archaische Mechanismen aktiviert und komplexere Lösungskompetenzen blockiert. Kämpfen oder Fliehen, vielleicht tot stellen, sind dann die Lösungsversuche, welche uns Reptilien als unsere neuro-evolutionären Vorfahren mitgegeben haben. Dies bringt uns in komplexen sozialen Kontexten jedoch nicht sehr weit.

Daher suchen wir, wenn angstvolle Gefühle im Vordergrund stehen in unserer gemeinsamen Arbeit zunächst nach inneren Bildern und bekannten Wohlfühl- und „ich bin sicher“ Kontexten. Diese können durch neuro-systemische Methoden – ich nenne Sie „Anker“ – häufig willkürlich abrufbar gemacht werden. Unglaublich, wozu unser Körper fähig ist! Im Prinzip ist das eine Art „Superman – statt – Schockstarre – Knopf“. Eine Kompetenz, die in vielen, nicht nur problematischen Lebenssituationen hilfreich ist.

Kompetenzen entfalten 2: Lösungen gestalten

Hier geht es darum, jenseits von Patentrezepten für Sie passgenaue Lösungen zu finden, die immer auch Ihre bestehenden Kompetenzen aktivieren und nutzen.

Denn häufig sind die Kompetenzen bei Ihnen vorhanden, jedoch im problematischen Kontext nicht abrufbar.

Beispielsweise kann jemand toll reden, nur nicht auf der Bühne. Oder jemand kann lange sitzen, nur nicht im Flugzeug.

Wir betrachten also die aktuelle Situation, das aktuelle Erleben, die Kontexte, die Rolle der Beteiligten Menschen und Umstände, aber auch die Rolle von inneren Stimmen. Wenn man darüber „nur“ spricht, bleibt man auf einer sehr kognitiven, intellektuellen Ebene. Häufig gibt es jedoch auch Lösungen, die wir bereits ins Abseits geschoben haben und die kognitiv bewußt garnicht mehr zugänglich sind. Hier hilft es, mit neuro-systemischen Methoden „hinter die Kulissen“ zu sehen. Dafür verwenden wir einerseits gestalterische und symbolische Methoden wie z.B. Bilder, räumliche Anordnungen, räumliche Projektionen (auch outdoor) oder systemicPLAY® mit Methoden und Materialien von LEGO® SERIOUSPLAY®. Allen Methoden ist gemeinsam, dass auf einer symbolischen, anschaulichen Ebene agiert und hantiert wird. Damit lassen sich neurologisch Kompetenzbereiche aktivieren, die kognitiv oft verborgen sind. Hier können Problem- und Lösungsmuster anfassbar und gestaltbar werden.

Lösungen sichern

Auch erkannte Lösungswege müssen eingeübt und gefestigt werden. In dieser Phase geht es erneut darum, neue Wertungen, Bilder, Handlungen und Verhalten zu verankern. Dabei bleiben „Extrarunden“ nicht aus. Der konstruktive, nicht abwertende Umgang mit ihnen ist Teil dieser Phase.

Wie sieht das von aussen aus ?

Wenn wir uns verabreden, so tun wir das typischerweise vor Ort in meinem Büro. Dort haben wir jeweils ein oder zwei „Einheiten“ (je 50 min) Zeit miteinander. Je nach Gegebenheiten kann das auch ein Telefonat oder eine Videokonferenz sein.

Ein Beobachter würde oft feststellen, dass geredet wird. Von mir werden dann offene Fragen gestellt, die Sie wirken lassen und beantworten. Immer geht es aber neben der „direkten Antwort“ auch darum, was Sie dabei innerlich erleben und fühlen. Welche Stimmen und Dialoge innerlich zum Vorschein kommen und ablaufen. Und welche körperliche Auswirkung das im inneren Bild hat.

Manchmal, wenn Sprache dabei nicht geeignet erscheint, manchmal auch aus Prinzip, werden wir andere Kommunikationsmethoden nutzen. Dann laufen Sie z.B. im Raum (oder im Freien) herum, suchen einen Platz, erleben, was dabei passiert. Oder Sie ordnen Figuren, z.B. Tiere, an. Oder malen. Oder nutzen LEGO®Symbole. Oder oder oder. Das Spektrum ist weit.

Manchmal würde jemand beobachten, dass ich Sie zu Entspannungsübungen einlade, oder zu Traumreisen. „Medizinische Hypnose“ nennt sich das auch. Dabei geht es darum, ohne Ablenkung Ihren inneren Bildern näher zu kommen und von ihnen zu lernen.

Neugierig? Sprechen Sie mich an …

Haben Sie ein Anliegen , bei dem Sie nicht weiter kommen? In Ihrem Leben oder in Ihrem Verantwortungsbereich (z.B. ihrem Team)?

Sprechen Sie mich gerne an. Dann können wir heraus finden, ob neuro-systemisches Coaching Ihnen weiter helfen könnte. Hier können Sie auch gleich einen unverbindlichen, kostenlosen Info-Termin buchen.

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Probleme und ihre Lösungsmethoden … https://systemicbrain.com/probleme-und-ihre-loesungsmethoden/ https://systemicbrain.com/probleme-und-ihre-loesungsmethoden/#respond Wed, 08 Sep 2021 12:06:43 +0000 https://systemicbrain.com/?p=256775

Probleme kann man als Diskrepanz zwischen Ist-Zustand und Soll-Zustand umschreiben.
Diese Diskrepanzen kann man in drei Gruppen einteilen: Solche der äußeren (Sach-) Welt, der inneren (Wahrnehmungs-) Welt sowie chaotische Situationen, in denen wegen fehlender Orientierung vielleicht noch nicht einmal klar ist, ob ein Problem vorliegt.
Üblicherweise versuchen wir, alle Probleme mit Methoden der ersten Gruppe – nämlich Expertenwissen – zu lösen. Das muss bei den anderen beiden Gruppen schief gehen, denn hier braucht es neuro-systemische Ansätze.

Bügeleisen kaputt? Bauplan ansehen, Ursache verstehen, defektes Teil austauschen. Der Bauplan ist objektiv, nicht kontextabhängig und nicht emotional. Hier ist Expertise gefragt, um das Problem zu beseitigen, den Soll-Zustand wieder herzustellen.

Lebende Systeme sind anders. Alles ist immer in Bewegung und beeinflußt sich gegenseitig. Und was ist da wirklich objektiv? Da scheint Probleme-Lösen wie „Pudding an die Wand Nageln“.

Der nachfolgende Artikel geht auf Problemarten und die zu ihnen passenden Lösungswege ein.

Probleme sind Diskrepanzen zwischen Soll und Ist-Zustand

Man kann Probleme nicht mit den Methoden lösen, mit denen sie erzeugt worden sind.
Sie brauchen zur Lösung andere Methoden als die, mit denen sie entstanden sind.

Albert Einstein

Man kann Probleme in vier Arten einteilen:

  1. Einfache Probleme und 2. Komplizierte Probleme
    finden sich typischerweise in der äußeren Welt. Es handelt sich um Sach-Diskrepanzen. Die geeignete Lösungsmethode hier ist mehr oder weniger Expertise. Allerdings ist Expertise v.a. in deterministischen Kontexten hilfreich. „Das hatten wir schon“ ist die Expertise der Seniorität. „Das kann ich ermitteln“ ist die Expertise der gut ausgebildeten Kraft. Aber immer in vorhersagbaren Rahmenbedingungen.
    Nicht ohne Grund wurden viele Jahre in einer linear-kausalen, also „jedes Problem hat eine sachliche Ursache“ – Denkwelt vor allem Experten, i.d.R. die längsten Mitarbeiter, zu Managern befördert. Das ist aber ein eigenes Thema …
    Einfache und komplizierte Probleme haben häufig die Wirkun
  1. Komplexe Probleme
    Der Komplexität der Welt wird das nicht gerecht. Komplexität entsteht, wenn in einem System sich selbständige mehrdimensionale Netzwerke durch Wechselwirkungen und Rückkoppelungen begegnen. Und in dem die identische Erscheinung / Interaktion je nach inneren Landkarten der Beteiligten unterschiedliche Auswirkungen / Resultate zeigt. Das klingt sehr nach Systemen, in denen Menschen jenseits von gleichgültigen, temporären Begegnungen miteinander zu tun haben – z.B. Firmen, Familien, Beziehungen.
    Komplexe Probleme sind nicht durch Expertise lösbar. Hier ist die Soll-Ist-Diskrepanz v.a. in der inneren Welt der Beteiligten. Sie kommt durch unterschiedliche innere Bilder und innere Landkarten sowie brilllengefärbte Wahrnehmungen zustande.
    Wenn probleme
  1. Chaotische Problemsituationen
    Chaos entsteht, wenn in den auf uns einprasselnden Reizen und Umständen keinerlei Muster mehr erkennbar sind und keine zieldienlichen Handlungsoptionen mehr erscheinen. Auch hier sind archaische Reaktionen häufig – incl. Totstellen, d.h. Kopf-in-den-Sand. Dabei kann Bewegung, Dynamik die Methode der Wahl bei chaotischen Problemsituationen sein. Auch „überwindern“ kann hier angemessen sein. Sicherlich hilft eine Aussenperspektive, um die individuell „beste Antwort“ zu finden.

Lösungen für komplexe Probleme lassen sich gestalten

Lösungen für komplexe Probleme lassen sich gestalten, aber nicht mit den linearen Methoden des kognitiven Großhirns. Viel mehr kommt hier Prozess-Expertise ins Spiel, welche Kompetenzen aktiviert, dabei hilft, Komplexitäten zu ordnen und abzuschichten. Auch wirksame Kommunikation mti sich selber und anderen ist ein teil des Geheimrezeptes.

Wann immer wir die inneren Bilder und Landkarten der Beteiligten berücksichtigen und gestalten, gehen Türen auf und weitet sich der Horizont.

Was es mit den inneren Bildern auf sich hat

Die Art und Weise, wie ein Mensch denkt, fühlt, handelt, ist ausschlaggebend dafür, welche Netzwerke im Gehirn ausgebaut oder gelockert werden. Damit wird vorherbestimmt, wie wir die Welt erleben, wie wir unsere „Wirklichkeit“ erleben. Es spielt deshalb eine große Rolle, welche Bilder sich jemand von sich, den Beziehungen zu anderen, der umgebenden Welt macht. Und in besonderem Maße welches Bild jemand von den eigenen Fähigkeiten hat, die Welt nach den eigenen Vorstellungen zum zu gestalten.

Neurosystemisches Coaching und Beratung setzen hier an

Mit symbolischen, metaphorischen Methoden werden innere Bilder und emotionale Bedeutungsnetzwerke zugänglicher. Durch Körperfeedback werden Stimmigkeiten und Emotionen greifbar, können benannt und gestaltbar werden. Neue, hilfreiche Elemente können in bestehende Bilder eingefügt, innere Landkarten in günstiger Weise aktualisiert und in Problemsituationen zugänglich gemacht werden.

Was sind Wirkungen von neuro-systemischer Arbeit?

Wirkungen der neuro-systemischen Arbeit sind beispielsweise

  • Freisetzen von Kompetenzen, auch in neuen, ängstigenden Situationen
  • ein Loslösen von individuellen Problemspiralen, oder
  • Überwinden von Ängsten wie Auftritts- oder Flugangst,
  • einer lösenden Herangehensweise an Führungskonflikte,
  • Bewältigung von Rollenwechseln bzw. Rollenkonflikten,
  • zieldienliche Teamentwicklung,
  • Entfaltung von Teamkompetenzen für Unternehmensziele,
  • Gemeinsame Erweiterung der individuellen Horizonte durch team-Resonanz, z.B. im Sinne der Theorie-U
  • Innovation oder
  • kraftvollen Visionen.

Immer, wenn es um das Überwinden von „eigentlich“ geht, sollten neuro-systemische Methoden in Betracht gezogen werden.

Systemicbrain und neuro-systemische Arbeit

… steht für neurosystemische Arbeit in Beratung, Entwicklung und Coaching für Menschen und ihre Unternehmungen. 

Ich arbeite mit Ihnen 1:1 oder mit Ihrem Team. Inhalte können alle Business- oder Lebensthemene sein. Immer geht es darum, Horizonte zu erweitern, festgefahrene “lieblings”-Denkmuster zu hinterfragen und ggf. zu überwinden, zieldienliche Schritte in eine Wünschenswerte Zukunft zu entwerfen und dafür bestehende Kompetenzen nutzbar zu machen. 

Dies führt zu funktionaleren Teams, neuen Perspektiven, mehr Innovation, passgenauen Lösungen, besserer Umsetzung – und individuell vielleicht sogar zu zufriedenerem Leben.

Dies kann in Form von Coaching oder (Executive-) Sparring geschehen oder in bewährten Formaten, die von z.B. Methoden und Materialien von LEGO® SERIOUSPLAY® (systemic PLAY®) oder public Speaking Coaching (sysTALK®) bis hin zum mehrtägigen Outdoor-Coaching & „VUCA-Detox“ reichen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, lade ich Sie zu einem für Sie unverbindichen, kostenlosen Gespräch (Telefon / Zoom) ein. Schildern Sie mir Ihr Thema, und wir überlegen gemeinsam, ob neuro-systemische Methoden Ihnen weiter helfen können. Buchen Sie hier direkt Ihren Termin.

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Was ist eigentlich neuro-systemisches Coaching? https://systemicbrain.com/was-ist-eigentlich-neuro-systemisches-coaching/ https://systemicbrain.com/was-ist-eigentlich-neuro-systemisches-coaching/#respond Mon, 17 May 2021 07:58:55 +0000 https://systemicbrain.com/?p=175

Das Gehirn ist kein Meß-System, das so etwas wie eine objektive oder gar reproduzierbare Wirklichkeitserfahrung erzeugt. Alles Wahrnehmen und Denken geschieht in der „Farbe des Lichtes der Vorgeschichte“ und der dazu wie in Landkarten abgespeicherten emotionalen Bilder unserer Erfahrungen. Wir erleben die Welt also immer wie durch die farbigen Gläser einer Brille und gleichen dann anhand bestehender inneren Landkarten ab. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir Methoden anwenden, die das berücksichtigen. Neurosystemisches Coaching berücksichtigt dies auf neurowissenshaftlicher Basis und arbeitet daher mit Bildern, Emotionen und Symbolen, um sich diesen unwillkürlichen Anteilen der Probleme zu nähern. Daneben berücksichtigt es jenseits von simplifizierendem „Ursache-Wirkung“-Denken das System mehrdimensionaler Netzwerke und Wechselwirkungen in uns selber und in unseren Beziehungs-Kontexten. Die gute Nachricht ist: in einem vernetzten System kann man an vielen Stellen angreifen, und das gesamte System verändert sich. Hier setzt Coaching an.

Bügeleisen kaputt? Bauplan ansehen, Ursache verstehen, defektes Teil austauschen. Der Bauplan eines Gerätes ist objektiv, nicht kontextabhängig und nicht emotional. Lebende Systeme sind anders. Alles ist dort immer in Bewegung und beeinflußt sich mehrdimensional gegenseitig. Aussen wie in unserem Inneren …
Und was ist da wirklich noch „objektiv“? Da scheint Probleme-Lösen wie „Pudding an die Wand Nageln“.

Der nachfolgende Artikel erklärt , wieso das so ist, aber vor allem, auf welchen Wegen man dennoch möglichst gut durch den „Dschungel“ findet.

Wann wir Coaching brauchen

Manchmal stecken wir fest.

Schiff blockiert Suez-Kanal
Schiff sitzt im Suez-Kanal fest

Ob das Problemspiralen sind, Sackgassen, Denk-Rillen, festgefahrene Muster im persönlichen Leben oder in der Team-Dynamik. Es reicht von Wunsch nach mehr Orientierung bis hin zur Burnout-Prävention (oder Überwindung).

Wir sehen die Welt immer durch eine Brille.

Wir erleben die Welt nie „so wie sie ist“. Einerseits kann das neuronale System überhaupt nur das aufnehmen, wofür es strukturell angelegt ist. Diese strukturelle Anlage entwickelt sich wie durch Übung anhand dessen, was das System im Laufe der Zeit erlebt. Einfaches Beispiel: Wir erkennen ein Flugzeug nur, wenn wir das Konzept „Flugzeug“ kennen. Sonst wäre es für uns vielleicht ein Vogel, oder ein fliegendes Ding.

Andererseits wird alles, was wir äußerlich erleben, wird in Form von Aktivierungsmustern im Nervensystem abgebildet und überlagert sich dort mit den bereits vorhandenen Aktivitätsmustern vorausgegangener Erlebnisse. Das ist wie eine Fotoplatte, die vorher bereits belichtet wurde: Man wird nicht „objektiv“ das neue Foto sehen, sondern beide. Ich beschreibe daher diese Netzwerke gerne als „Erlebnis-Dias“, wenngleich sie vielfach komplexer sind. Damit fällt alles Neue auf den Boden des bereits Vorhandenen. Wir betrachten damit alles gewissermaßen durch die (genetisch und biografisch) gefärbten und gemusterten Gläser der Brille, die wir tragen.

Eine farbige Sonnebrille zeigt die Welt in eigener Weise.

Dies liegt an der Art und Weise, wie unser Gehirn auf neurobiologischer Ebene funktioniert und ist wie beschrieben bestimmt durch Herkunft und Biografie.

Im Gegensatz zu (anderen) Säugetieren kann der Mensch diese Wahrnehmungen, vor allem aber die Wirkungen dieser Wahrnehmungen, gestalten.

Blickwinkel und Erfahrungen werden zu inneren Landkarten

Alle Erlebnisnetzwerke werden je nach emotionaler Intensität mehr oder weniger signifikant abgespeichert. Es ist eine als „Hebb’sches Gesetzt“ formulierte Eigenart der neuronalen Netzwerke, dass – sind sie einmal etabliert – nicht die einzelnen Elemente des Netzwerkes für sich alleine funktionieren. Wie beim Pawlow’schen Hund, der die Glocke hört und sofort zu speicheln beginnt, weil der Ton und der Futterreiz in einem gemeinsamen Netzwerk etabliert sind. Das neurologische Gesetz sagt: Neuronen, die gemeinsam aktiv werden, verbinden sich zu einem Netzwerk. Danach reicht es, wenn einzelne Elemente aktiv werden, und das gesamte Netzwerk wird aktiv. Oder bei Pawlow: Erst vernetzen sich Futter, Speichel und Glocke zu einem Netzwerk, danach reicht die Glocke, um das gesamte Netzwerk zu (re)aktivieren.

Diese Netzwerke haben alle auch eine emotionale Kodierung: „gut-böse“, „hilfreich-schädlich“, „schön-schlecht“, „angenehm – unangenehm“ usw. Daraus entstehen gewissermassen innere Landkarten, in denen verzeichnet ist, was wir anstreben und was wir vermeiden. Da ist ein breites Spektrum kartographiert: Es reicht von genetisch programmierten Elementen – Angst vor Schlagen z.B., wie wir sie mit vielen Säugetieren teilen – bis hin zu Erlebnis-Dias aus der persönlichen Biografie.

Nach diesen Landkarten orientieren wir uns in der Welt. Alles, was wir erleben und emotional bewerten und verknüpfen, wird blitzschnell mit diesen Landkarten abgeglichen. Das spart für das Gehirn enorm viel Energie und erlaubt, schnell auf Eindrücke zu reagieren. Solche Autopiloten sind toll, wenn wir zum wiederholten Mal die „selbe Strecke“ fahren. Wenn allerdings die Umstände sich ändern, passen diese alten Landkarten nicht mehr. Da sind dann – um in der Metapher zu bleiben – die neuen Strassen und Gebäude, die neuen Mautstellen und Raststätten nicht eingezeichnet. wie im Titelbild, in dem der Wanderer erstaunt feststellt: „Sollte hier nicht eine Brücke sein?“.
Sie haben sicher auch schon bemerkt, dass wir damit irgendwie auch immer mit dem Rückspiegel fahren …

Unsere Wahrnehmung ist immer auch ein Blick in den Rückspiegel

Denn die inneren Landkarten verzeichnen nicht die Gegenwart , geschweige denn die Zukunft, sondern prinzipiell nur die Vergangenheit. Und häufig „fahren“ wir damit auch ganz gut. Wer aber mit veralteten Karten unterwegs ist, erlebt auch z.B. Folgendes: „Wir müssen jetzt tanken, es kommt später keine Tankstelle mehr“ – auch, wenn sich das längst geändert hat. Oder konkreter: „Hier muss ich mich fürchten, denn das kann ich alleine nicht“ – vielleicht war das früher einmal so. Oder vielleicht war das selbst damals nicht so, wurde uns aber so beigebracht (z.B. von Eltern, die das so in den eigenen (schon veralteten?) Landkarte stehen hatten …?).

Neuro-systemisches Coaching hilft beim Update innerer Landkarten.

Der Haken also: Es ändert sich dauernd alles, aber die von frühester vorgeburtlicher Kindheit an geschrieben Landkarten werden nicht unbedingt aktualisiert. Unangenehm ist das insbesondere dort, wo wir z.B. immer wieder in Problemspiralen fallen („eigentlich will ich mich von meinem Chef nicht mehr provozieren lassen, aber es geschieht ganz unwillkürlich“), oder in Sackgassen feststecken („Das haben wir schon immer so gemacht, und es ist der einzig mögliche Weg“) oder Entwicklungsblockaden haben („ich habe so große Angst vor der Bühne, lieber verzichte ich auf Karriere“).

Dort nämlich, wo die verzeichneten Erlebnisse mit starken unangenehmen Emotionen verbunden sind, wird gewissermassen ein „Sperrgebiet“ markiert. Das ist dann so, wie wenn auf sommerlicher Strasse ein „Schneeketten“-Schild vergessen wurde, an dem wir uns ängstlich nicht vorbei trauen.

Schneeketten auf sommerlicher Fahrbahn? Nicht mehr aktuell …

„Kartenupdates“ sind dann erforderlich, um nicht ewig an Gefahrstellen der Vergangenheit ins Schlingern zu geraten. Nachdenken hilft dabei nicht. Ursachen analysieren auch nicht. Dabei hilft neuro-systemisches Coaching mit gestaltendem Blick auf innere Bilder, Motivationen und Netzwerke.

Blickwinkel und Erfahrungen gestalten gemeinsam mit den verbundenen Emotionen innere Landkarten. Sie definieren unsere Wirklichkeit, strukturieren unsere Welt. Entsprechend handeln wir.

Dr. Rosenberger

Unser Verhalten, Kreativität und Intuition sind v.a. geprägt von inneren Bildern und emotionalen Prozessen.

Probleme sind Diskrepanzen zwischen Soll und Ist-Zustand

Sie brauchen zur Lösung andere Methoden als die, mit denen sie entstanden sind.

Albert Einstein

Sachprobleme der äußern Welt kann man mit Fachwissen lösen. Experten sind hier gefragt.

Probleme, die auf veralteten inneren Landkarten beruhen, kann man mit Fachwissen nicht lösen; sie benötigen eine Vorgehensweise, welche die zu aktualisierenden Areale identifiziert. Zum Glück helfen uns genau die Probleme dabei, diese Stellen zu identifizieren. Daher betrachte ich Probleme als wertvolle Hinweise zur Identifikation von Update-Bedarf und zur Lösungsfindung. Es geht nicht darum, die Vergangenheit zu bewältigen, sondern in der Gegenwart den Blickwinkel auf die inneren Bilder und damit auf die Welt in zieldienlicher Weise zu verändern. Mehr zu Problemarten und ihren Lösungen finden Sie hier.

Probleme (mehr dazu hier) sind wertvolle Wegweiser, die uns die Richtung zur Lösung aufzeigen.

Lösungen für komplexe Probleme lassen sich gestalten

Lösungen für komplexe Probleme lassen sich gestalten. Das gelingt aber nicht mit den linearen Methoden des kognitiven Großhirns. Viel mehr spielt hier die Vorgehensweise eine große Rolle, damit Kompetenzen aktiviert und Komplexitäten geordnen werden können. Auch wirksame Kommunikation mit sich selber und anderen ist ein Teil des Geheimrezeptes.

Wann immer wir die inneren Bilder und Landkarten von uns selbst und die der Beteiligten berücksichtigen und gestalten, gehen Türen auf und weitet sich der Horizont.

Was es mit den inneren Bildern auf sich hat

Die Art und Weise, wie ein Mensch denkt, fühlt, handelt, ist ausschlaggebend dafür, welche Netzwerke im Gehirn ausgebaut oder gelockert werden. Damit wird vorherbestimmt, wie wir die Welt erleben, wie wir unsere „Wirklichkeit“ erleben. Es spielt deshalb eine große Rolle, welche Bilder sich jemand von sich, den Beziehungen zu anderen, der umgebenden Welt macht. Und in besonderem Maße welches Bild jemand von den eigenen Fähigkeiten hat, die Welt nach den eigenen Vorstellungen zum zu gestalten.

Neurosystemisches Coaching und Beratung setzen hier an

Mit symbolischen, metaphorischen Methoden werden innere Bilder und emotionale Bedeutungsnetzwerke zugänglicher. Durch Körperfeedback werden Stimmigkeiten und Emotionen greifbar, können benannt und gestaltbar werden. Neue, hilfreiche Elemente können in bestehende Bilder eingefügt, innere Landkarten in günstiger Weise aktualisiert und in Problemsituationen zugänglich gemacht werden.

Was sind Wirkungen von neuro-systemischer Arbeit?

Wirkungen der neuro-systemischen Arbeit sind beispielsweise

  • Freisetzen von Kompetenzen, auch in neuen, ängstigenden Situationen
  • ein Loslösen von individuellen Problemspiralen, oder
  • Überwinden von Ängsten wie Auftritts- oder Flugangst,
  • einer lösenden Herangehensweise an Führungskonflikte,
  • Bewältigung von Rollenwechseln bzw. Rollenkonflikten,
  • zieldienliche Teamentwicklung,
  • Entfaltung von Teamkompetenzen für Unternehmensziele,
  • Gemeinsame Erweiterung der individuellen Horizonte durch team-Resonanz, z.B. im Sinne der Theorie-U
  • Innovation oder
  • kraftvollen Visionen.

Immer, wenn es um das Überwinden von „eigentlich“ geht, sollten neuro-systemische Methoden in Betracht gezogen werden.

systemicbrain…

… steht für neuro-systemische Arbeit in Beratung, Entwicklung und Coaching für Menschen und ihre Unternehmungen. 

Ich arbeite mit Ihnen alleine oder mit Ihrem Team. Inhalte können alle Business- oder Lebensthemene sein. Immer geht es darum, Horizonte zu erweitern, festgefahrene “lieblings”-Denkmuster zu hinterfragen und ggf. zu überwinden, zieldienliche Schritte in eine Wünschenswerte Zukunft zu entwerfen und dafür bestehende Kompetenzen nutzbar zu machen. 

Wie das möglicherweise aussieht, können Sie hier nachlesen.

Dies führt zu funktionaleren Teams, neuen Perspektiven, mehr Innovation, passgenauen Lösungen, besserer Umsetzung – und individuell vielleicht sogar zu zufriedenerem Leben.

Dies kann in Form von Coaching oder (Executive-) Sparring geschehen oder in bewährten Formaten, die von z.B. Methoden und Materialien von LEGO® SERIOUSPLAY® (systemic PLAY®) oder public Speaking Coaching (sysTALK®) bis hin zum mehrtägigen Outdoor-Coaching & „VUCA-Detox“ reichen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, lade ich Sie zu einem für Sie unverbindichen, kostenlosen Gespräch (Telefon / Zoom) ein. Schildern Sie mir Ihr Thema, und wir überlegen gemeinsam, ob neuro-systemische Methoden Ihnen weiter helfen können. Buchen Sie hier direkt Ihren Termin.

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Die 4 Erfolgsgeheimnisse des „Magic Speaking“ https://systemicbrain.com/die-4-bausteine-des-public-speaking/ https://systemicbrain.com/die-4-bausteine-des-public-speaking/#respond Mon, 17 May 2021 07:57:50 +0000 https://systemicbrain.com/?p=173

Der amerikanische stand-up Komiker Jerry Seinfeld fasste Studien zu den Gefühlen beim öffentlichen Auftreten im Scheinwerferlicht pointiert zusammen: „Die meisten lägen lieber im Sarg, als die Trauerrede zu halten“. Selbstzweifel, Unsicherheit, Angst nicht anzukommen sind nur ein paar der Sorgen. Dabei kann man mit sehr einfachen Tricks und Hacks die Auftrittskompetenz fundamental steigern. Lesen Sie von den wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Wie jemand die äußere Wirklichkeit wahrnimmt, hängt ganz massgeblich von der inneren Wirklichkeit ab. Diese hat nicht sehr viel mit dem bewussten Verstand zu tun, sondern gestaltet sich biografisch bedingt eigengesteuert in der Audience. Allerdings können wir neuro-biologische Erkenntnisse nutzen, um Impulse zu setzen die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass diese ankommen.

1.: Beachten Sie die neuro-biologischen Grundlagen

Auch wenn die aufgeklärten Welt das so gerne glaubt: wir entscheiden nicht mit dem Verstand. Unsere Entscheidungen basieren auf vorbewussten Stimmigkeiten und Vergangenheitserfahrungen. Diese sind in inneren Bildern, gewissermassen „Erlebnis-Dias“, wie in inneren Landkarten abgespeichert. Wir orientieren uns daran, bewerten und handeln entsprechend. Wir nehmen sie mit Gefühlen, Bildern und zum Beispiel dem Körper wahr und leben sie aus.

Dem entsprechend ist es nur zum geringsten Teil die Logik unsere Worte, die überzeugt. Zum sehr viel größeren Teil sind es Atmosphäre, Körpersprache, erzeugte Bilder und Emotionen. Vieles davon folgt neurobiologisch determinierten Automatismen. Sich darüber Gedanken zu machen und entsprechend zu agieren – vor, während und nach dem Auftritt, kann bahnbrechende Wirkung haben.

Neurobiologisch fundiert zu präsentieren ist etwas, was lernbar ist und durch Übung perfektioniert wird.

Es ist dabei egal, ob jemand die neuro-biologischen und systemischen Mechanismen benennen erklären kann. Es ist aber nicht egal, ob ein Training auf diesen Grundlagen aufbaut.

Während meiner Konzernkarriere erlebte ich vor vielen Jahren im Rahmen eines Senior-Management-Trainings ein Public Speaking Training, das mich aufgrund seiner Methoden und Wirkung enorm faszinierte. So sehr, dass ich für zwei Wochen in die USA fuhr um mich beim Anbieter als Public Speaking Coach ausbilden liess und als freelancer in Europa für die Firma arbeitete. Später begriff ich während meiner neuro-systemischen Ausbildungen, wieso die Methode so kraftvoll war: Sie beherzigt, ohne das allerdings so zu identifizieren, die neurobiologischen Grundlagen der Wahrnehmung, Aufmerksamkeitsfokussierung und des Verhaltens. Damit werden Sie zum Aufmerksamkeits-Magneten, zum Magic Speaker.

Diese Grundlagen finden Sie hier.

2.: Lenken Sie die Aufmerksamkeit ihrer Audience

Entscheiden bedeutet, sich für etwas und gegen anderes auszurichten. Das gilt auch, und gerade, für die Aufmerksamkeit. Wohin die Aufmerksamkeit geht, ist natürlich selten eine bewusste Entscheidung, sondern folgt ganz umfassend neurobiologisch determinierten Automatismen. Die kann man nicht nur beeinflussen, um erfolgreich mit Menschen zu kommunizieren, muss man es sogar. Denn die Energie fließt mit der Aufmerksamkeit. Wo immer sie die Aufmerksamkeit verlieren, verlieren sie mit ihr die Energie der Menschen.

Ist das nicht Manipulation?“ fühle ich Sie denken. Und meine Antwort lautet: Ja, ist es.

Ist Manipulation nicht unethisch?“ Und ich sage: Nur, wenn wir schutzbedürftige Andere damit einseitig übervorteilen. Denn das gesamte Leben ist Manipulation. Die gesamte Evolution ist darauf ausgerichtet, in vorteilhafter Weise von den Umständen Gebrauch zu machen. Sind die schönen Haare einer Frau nicht auch Manipulation? Ist der definierte Körper eines Sportlers nicht auch Manipulation? Ist der süsse Duft des Honigs Manipulation? Es kommt darauf an, dass wir überhaupt bei der Audience ankommen um unsere Angebote bzw. Anliegen wirksam zu kommunizieren. Die Wahlmöglichkeit der Audience, das anzunehmen oder nicht, steht und fällt jedoch mit der wirksamen Vermittlung unseres Standpunktes.

3.: (Logische) Brüche zünden das Alarmsystem

Bleiben Sie konsistent. In Inhalten und Bewegung.

Konsistente Inhalte:
Menschen lassen sich überzeugen, wenn die durch Ihren Beitrag entstehenden inneren Bilder angenehme Phantasien, Emotionen, „buy in“ erzeugen. Das alles ist aber keine logische Angelegenheit des Großhirns, sondern findet in anderen, älteren Strukturen des Gehirnes statt. (Grundlagen hierzu finden Sie u.a. im Vortrag „Kann man Software coachen“). Überzeugungskraft gewinnen Sie also durch im Mittelhirn aktive Methoden (siehe weiter oben).

Sie können aber auf der Ebene des Großhirnes Überzeugungskraft verlieren.

Logische Brüche in Darstellung und Argumentation können dafür sorgen, dass sie Unterstützer verlieren. Jeder hat ein „Inkonsistenz-Radar“, eine Art „Bullshit-Sensor“. Und wenn das anspringt – wobei es sogar egal ist, ob „zu Recht“ oder „zu unrecht“, dann wird es eng: „Da ist etwas faul“ ist dann die Witterung, „ich kann dem nicht vertrauen“ das Gefühl und „ich sollte angreifen oder fliehen“ die Reaktion. Nicht sehr hilfreich für einen öffentlichen Auftritt.

Zudem liefern Sie damit messerscharfe Argumente in die Hände Ihrer Gegner. Damit wird der Wettbewerb um Zustimmung verlagert auf den Nebenschauplatz der kognitiven Auseinandersetzung.

Es gibt verschiedene Methoden, um die inhaltliche bzw. logische Konsistenz Ihrer Rede zu sichern. Sehr pragmatisch ist es, verschiedene (= verschieden denkende) Menschen um Rückmeldung zur Argumentationslinie zu bitten.

Systematischer geht das, indem Sie beispielsweise konsequent das Kegel-Prinzip anwenden. Dabei bringen Sie die sachliche Story und die Argumente konsequent in eine gehirngerechte Abfolge, die nach und nach in der Hauptaussage gipfelt. (Details siehe hier: Structured Thinking).

Konsistente Bewegung:
Es ist allgemein bekannt, dass unsere Botschaften nicht nur verbal transportiert werden. Man geht davon aus, dass die verbale Sprache sogar nur wenige Prozent (irgendetwas zwischen 5%-10%) der Überzeugungskraft vermittelt. Der Ton bewirkt schon mehr (+/- 15%). Der Löwenanteil unserer Überzeugungskraft kommt von der Körpersprache.

Probieren Sie es aus: Wenn Sie jemanden lachend sagen hören „ich bin so traurug“, dann unterstellen Sie Ironie. Wenn jemand zusammengesunken über seinen Erfolg berichtet, glauben wir kein Wort.

Körpermarker erkennen wir in Sekundenbruchteilen, spiegeln sie über spezielle Neurone und erleben mit, was körpersprachlich vorgelebt wird. Gute Schauspieler können das ggf. „austricksen“. Alle anderen verlieren hier schnell ihre Authentizität und damit die Glaubwürdigkeit.

Wirksame Körpersprache ist aber sogar mehrdimensional. In meinen Seminaren spreche ich vom „dreidimensionalen Redner“: Dort sind Mimik, Gestik und Bewegung im Raum abgestimmt auf die Botschaften.

4.: Angst ist archaisch und lähmt das Gehirn

Solange die Angst vor dem Auftritt uns im Griff hat, ist es nicht leicht. Angst ist ein komplexes Gebilde und resultiert aus Erfahrungen der Vergangenheit und entsprechenden inneren Bildern, die Gefahr vermitteln. Dann scharren die „Dinosaurier“ in uns mit den Hufen und der Zugriff auf Kompetenzen lässt nach.

Die alten Landkarten lassen sich aktualisieren. Im Bilde gesprochen: Wo wir früher nasse Füsse bekommen haben, können wir eine Brücke bauen. Dann wird die in einer Auftrittsgelegenheit gebundene Energie nicht mehr in Angst übersetzt, sondern mehr und mehr in Gestaltungsenergie. Mit neuro-systemischen Coaching Methoden lässt sich das sehr unterstützen und abrufbar machen.

Brücken bauen bedeutet: Lernen Sie Ihr Handwerkszeug, lernen Sie durch Sprache, Intonation, Tempo, Pausen etc. Aufmerksamkeit fokussieren. Legen Sie leere Füllwörter und Worthülsen ab. Nutzen Sie Techniken, um die Zuhörerschaft aktiv einzubeziehen. Bedenken Sie, in welcher „Sprache“ die entscheidenden Bereiche des Gehirns denken. Und Sie werden unmittelbar spüren, wie Ihr Auftritt Wirkung erzielt. Nichts lässt Angst besser schmelzen, als diese Erfahrung.

Magic Speaking Kompetenz ist erlernbar

Bei fast ausnahmslos jedem Seminarteilnehmer beobachte ich die Veränderung von eher zurückhaltendem Sprechen zu starkem, (selbst-)bewusstem Auftritt. Besonders eindrucksvoll ist das, wenn der selbe Vortrag vor und nach einer Schulung gehalten wird: Unterschiede wie Tag und Nacht. Es geht dabei nicht darum, ob Sie mehr oder weniger cool und gelassen „rüberkommen“. Sondern es geht um die Audience und darum, wie sehr oder wie wenig Sie der Botschaft im Weg stehen.

Die Botschaft kommt von Ihnen.

Die Strukturierung der Botschaft ist Handwerk.

Die Präsentation der Botschaft ist Handwerk.

Das Handwerk ist erlernbar.

Wenn Sie an mehr Informationen interessiert sind, sprechen Sie mich an oder schauen Sie hier nach. Ich biete unter der Bezeichnung „sysTALK®“ Training und Unterstützung für Ihren wirksamen Auftritt an.

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